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 Eine eigene Welt erschaffen

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BeitragThema: Eine eigene Welt erschaffen   11.03.11 8:24


Eine eigene Welt erschaffen


Wer im Bereich Fantasy eine Geschichte schreibt, spielt häufig auch mit dem Gedanken, eine ganz eigene Welt für „seine Helden“ zu erschaffen.
Das solch eine Welt ziemlich umfangreich werden kann, sieht man an Tolkiens Herr der Ringe.
Natürlich muss eine neue Welt nicht diesen Umfang haben. Vielleicht soll es sich bei deiner „neuen“ Welt ja um eine Parallelwelt handeln und deine Geschichte spielt nur teilweise in dieser.

Die erste Frage, die sich hier stellt ist:
Möchtest du eine Welt rund um deine Figuren herum erschaffen
oder
lieber deine Figuren rund um deine Welt?

Sicherlich fragst du dich, was denn da der Unterschied ist.
Die Antwort ist einfach: Wo legst du deinen Schwerpunkt?
Ist er bei den Figuren oder doch eher bei der neue Welt.

Eine neue Welt muss nicht unbedingt großartig und total umfangreich ausgearbeitet sein, aber es spricht auch nichts dagegen.
Wer von euch eine Welt erschaffen möchte, wo wirklich an alles gedacht wurde, dem sei gesagt, dass es unzählig viel zu beachten gibt.
Hier eine Liste der Dinge, die du alle in deine Planung mit einfließen lassen kannst (Und diese Liste kann beliebig erweitert werden):


• Soll es eine Welt sein, ohne Bezug zu Unseren oder ist es eine Parallelwelt, in die man durch ein Portal gelangen kann?
• Soll es in meiner Welt nur ein Reich oder Land geben, oder besteht es aus mehreren Ländern?
• Wenn es mehr als ein Land in meiner Welt gibt, wie stehen diese Länder zueinander?
• Gibt es unterschiedliche Rassen oder nur eine? Wenn es mehrere gibt, welche und wie viele Rassen soll es geben?
• Wie sind die Beziehungen der einzelnen Rassen zu einander?
• Welche Mythologie oder Religionen haben diese Länder?
• Welches Kulturgut pflegen die Bewohner deiner Welt?
• Wie soll es überhaupt geografisch in deiner Welt aussehen?
• Wie soll es um das Klima in deiner Welt stehen? Gibt es unterschiedliche Jahreszeiten oder Stürme?
• Gibt es Flüsse, Seen, Berge oder Wüsten?
• Was ist mit der Fauna und Flora? Soll es in deiner Welt neue Tier- oder Pflanzenarten geben?
• Was ist mit der Sprache? Sprechen sie alle ein und dieselbe Sprache oder gibt es da Unterschiede?
• Soll es eine eigene Währung geben und wenn ja, wie soll diese aussehen?
• Was für ein Wissen haben die Bewohner in deiner Welt?
• Was ist mit der Technologie? Soll es sie in deiner Welt geben?


Anhand der Liste wird dir nun sicherlich deutlich, dass die Erschaffung einer eigenen Welt sehr umfangreich werden kann, ja, es kann sogar zu einer regelrechten Lebensaufgabe werden.
Das bedeutet nun natürlich nicht, dass all diese Punkte in deiner Welt berücksichtigt werden müssen. Du alleine entscheidest, wie umfangreich dein Projekt „eigene Welt“ werden soll.
Auf einige Dinge wirst du beim Erstellen einer eigenen Welt nicht umhin kommen, auf andere wiederum kannst du ohne Probleme verzichten.
Damit du nun nicht völlig verzweifelst und dich schon gleich zu Beginn fragst, ob du das alles schaffen kannst, werde ich von heute an mehrere Beiträge zu diesem Thema hier einstellen und wir werden gemeinsam die einzelnen Punkte durchgehen und sie betrachten.



Zuletzt von Xhex am 05.07.12 23:26 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Eine eigene Welt erschaffen   11.03.11 8:25

Geographie und Klima deiner Welt


Das ist wohl auch einer der Bereiche, die bei der eigenen Welt schnell unterschätzt werden, da es hier häufig auch einige Recherchen notwendig werden. Zumindest dann, wenn du deinem Leser eine realistische Welt vorstellenmöchtest.
Das mag sich jetzt erst einmal wie ein Widerspruch anhören, und ich höre dich schon sagen: Aber es ist doch eine Fantasy-Geschichte. Damit hast du zwar vollkommen Recht, dennoch wird es für den Leser schwer nachvollziehbar sein, wenn in deiner Welt ein Wüsten-Klima herrscht, du ihm aber gleichzeitig eine subtropische Vegetation präsentierst. Natürlich ist auch eine solche Variante möglich (schließlich handelt es sich letztendlich um Fantasy), aber dann musst du es deinem Leser auch erklären, wie das Möglich ist und das erfordert dann im Zweifel noch mehr Recherchearbeit.
Gehen wir also erst einmal von den „normalen“ geographischen Begebenheiten und dem dazugehörigen Klima aus.

Wie soll deine Welt grundsätzlich aussehen?

• Ist deine Welt auf der Erde, im All oder handelt es sich um eine Parallelwelt?
• Handelt es sich um Festland oder um eine Insel?
• Oder gar eine ganze Inselgruppe?
• Handelt es sich um eine Ebene oder gibt es dort Berge?
• Vielleicht sogar mehrere Gebirge?
• Wie sieht es mit Flüssen und Seen aus?
• Gibt es eventuell Steilküsten oder Felsen
• Herrschen in deiner Welt unterschiedliche Jahreszeiten?
• Gibt es Hitze und Kälte im Wechsel?
• Regnet es in deiner Welt?
• Schneit es in deiner Welt?
• Gibt es Stürme, Hurrikans und Co?
• Und was ist mit Dürren?

Du siehst anhand der aufgeführten Fragen, gibt es viel zu Bedenken, wenn du deine eigene Welt erschaffen möchtest. Du musst genau wissen wie deine Welt aussieht. Ideal ist es, wenn du dir eine Karte von deiner Welt anlegst, wo alle Berge, Flüsse und Seen drin verzeichnet werden. So behältst du zu jedem Zeitpunkt auch den Überblick und weißt, an welcher Stelle deiner Welt es wie aussieht.
Hast du deine Welt geographisch erschlossen, überlege dir, welches Klima nun am besten zu deiner Welt passt. Handelt es sich um eine Welt, die sich nicht bei uns auf der Erde befindet, dann kannst du deiner Fantasie freien Lauf lassen. Vielleicht erfindest du ja sogar ein völlig neues Klima. Vielleicht gibt es in deiner Welt ja nicht nur Regen und Schnee, sondern ganz neue Niederschlagsformen.
Wichtig dabei ist nur, dass es zu jedem Zeitpunkt für deinen Leser in irgendeiner Form nachvollziehbar sein muss. Das heißt also, je ungewöhnlicher deine Geographie und das Klima deiner Welt ist, umso mehr musst du es deinem Leser erklären.
Wenn du eine wirklich gute Erklärung für deine Leserschaft parat hast, kannst du ihm sogar erzählen, dass es bei totaler Hitze und Sonnenschein dennoch schneien kann.

Ein kurzes Beispiel, wie du das in deiner Welt gestalten kannst, möchte ich dir hier anhand meiner Anderswelt aufzeigen:

Meine Anderswelt ist eine Parallelwelt in der es keine unterschiedliche Jahreszeiten und auch kein Wechsel zwischen Tag und Nacht gibt. Dennoch verfügt die Anderswelt über Seen und Flüsse. Auch die Zeit, wie wir sie in unserer Welt kennen, existiert in meiner Anderswelt nicht in dieser Art. Was dort als eine Stunde erscheint, kann in der unseren Welt gleich ein ganzer Monat sein.
Meine Anderswelt ist eine Insel und teilt sich auf in eine sehr üppige, sonnige Ebene, sowie ein karges Gebirge, indem es immerzu neblig ist. Dennoch gibt es dort keine Sonne, keine Wolken oder ähnliches. Das wird dem Leser natürlich an entsprechender Stelle alles aufgezeigt werden und es wird dafür natürlich auch die entsprechenden Erklärungen geben.

Ihr seht aber an dem Beispiel, was alles im Bereich der Geographie und dem Klima möglich ist. Letztendlich bedeutet dass zwar jede Menge Arbeit und Zeit, die man dafür zwar aufbringen muss (oder zumindest sollte), aber es lohnt sich.

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BeitragThema: Re: Eine eigene Welt erschaffen   11.03.11 8:26

Welche Mythologie oder Religionen haben diese Länder?



Wie auch bei den vorherigen Punkten kann man die Mythologie oder Religion in seiner Welt unterschiedlich umfangreich ausbauen. Sicher wirst du dich auch hier wieder fragen, was daran denn so umfangreich sein soll. Entweder meine Wesen haben eine Religion oder halt keine.
Ganz so einfach ist es aber genau in diesem Punkt aber nicht.
Keiner deiner Leser wird die glauben, dass du von deinen Wesen sagst, sie haben keine Religion. Warum? Ganz einfach: Zu den Religionen (aber auch zur Mythologie) gehören nicht nur die vier oder fünf großen Religionen (Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus oder Hinduismus), sondern auch die unterschiedlichen Naturrelgionen und Sekten, aber auch die Spiritualität ist eine eigene Art der Religion. Alle diese Religionen haben eins gemeinsam: Sie alle basieren auf einen gewissen Glauben (an wen oder was auch immer). Jedes Wesen glaubt doch an irgendetwas, oder? Wie also soll man dem Leser glaubhaft versichern, dass die Wesen in seiner Welt überhaupt keinen Glauben haben?
Wenn nun der Glauben in deiner Welt keine große Rolle spielen soll, ist das okay und es reicht, wenn du sie nur am Rande erwähnst. Aber auch für einen kurzen Anriss der Religion(en) in deiner Welt, musst dich nun mal für eine (oder bei mehreren Völkern auch mehreren Religionen) entscheiden.
An dieser Stelle ist es natürlich wichtig, wo deine Geschichte spielt, welche Wesen es in deiner Welt gibt und in welcher Zeit sie spielt.
Spielt deine Geschichte beispielsweise auf einem völlig anderen Planeten, wäre es schon etwas sonderbar, wenn deine Wesen einer Religion angehören, die auf der Erde existieren. Aber auch die Zeit und die Rassen spielen eine Rolle. Oder willst du deinem Leser wirklich erzählen deine Trolle haben einen Christlichen Glauben? Das wird dir kein Leser glauben.
Natürlich kannst du auch eine ganz neue, eigene Religion erfinden, was im Übrigen einfacher ist, als man denkt, allerdings auch sehr zeitaufwendig werden kann. Denn um eine neue Religion zu kreieren, kann man sich in den Grundsätzen ruhig an einer schon bestehenden Religion orientieren.

Als Beispiel möchte ich euch das anhand „meiner Religion“ aus meiner Bruderschaft zeigen.

Meine Wesen der Anderswelt haben ebenfalls eine eigene Religion (inklusiv Feiertage, Rituale und Bräuche).
Im Original der Anderswelt (Grundlage ist hier die irische Anderswelt) gibt es 5 verschieden Welten, die insgesamt von über 200 Göttern regiert wurde. Das war mir als Grundlage für meine Anderswelt verständlicherweise aber viel zu viel. So habe ich das Ganze auf 3 Welten reduziert (Das Lichtreich, das Schattenreich und das Totenreich). Jede dieser Reiche hat zwei Haupt- und zwei Halbgötter. Macht also gerade mal 12 Götter für die gesamte Anderswelt. Als Basis meiner Religion habe ich dann die Sitten und Bräuche der Naturreligion der Kelten genommen (was Sinn macht, da es damals in Irland ja Kelten gab). So habe ich viele Bereich aus dem Brauchtum der Kelten übernommen (Druiden, Festtage, Bräuche usw.) und habe sie mit den Legenden der Anderswelt-Göttern vermischt. Das Ganze war gar nicht so schwierig, aber eben zeitaufwendig. Zu Beginn dachte ich noch: Okay, die Religion und alles was dazu gehört spielt bei meiner Geschichte so gut wie gar keine Rolle. Im Verlauf der Geschichte hat sie allerdings immer mehr an Gewicht gewonnen, was ich in diesem Umfang zuvor niemals vermutet hätte. Am Anfang wollte ich einfach nur Druiden ins Spiel bringen, merkte aber schnell, dass hinter diesen Druiden ja die Religion der Kelten stand. Die Bräuche der Kelten ließen sich in vielen Punkten mit den Göttern der Anderswelt verbinden, aber halt nicht in allen Bereichen. Bei diesen Bereichen bin ich dann einfach dazu übergegangen und habe eigene Ideen mit eingebaut, so dass das Ganze ein rundes und sinniges Bild ergab. Vor allem habe ich eines dabei gelernt:
Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, sich eine (mehr oder weniger eigene) Religion zu kreieren.
Versucht es doch einfach mal selbst.

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BeitragThema: Re: Eine eigene Welt erschaffen   11.03.11 8:27


Gibt es unterschiedliche Rassen oder nur eine?


Einige werden sich nun sagen, dass eine eigene Welt mit nur einer Rasse doch recht langweilig werden könnte.
Das dies aber nicht der Fall sein muss, zeigt das Beispiel der Buchreihe "Die Gilde der schwarzen Magier" sehr deutlich. Gut - jetzt könnte man behaupten, dass Magier ja nicht unbedingt eine eigene Rasse darstellen, aber im Prinzip handelt es sich im weitesten Sinne auch bei ihnen um eine eigenständige Spezies, da sie mit der Magie in sich geboren werden und sich so von den rstlichen Menschen unterscheiden. In Trudi Canavans Gilde ist die Welt der Magier sehr komplex ausgebaut worden. Man erfährt als Leser sehr viel über die Vergangenheit der Gilde, ihren dunklen Geheimnissen, ihre Fähigkeiten, ihre Ausbildung, ihre Talent, ihre Politik und und und.
Dies in solch einem Umfang für mehr als eine Rasse auszuarbeiten - würde wahrscheinlich Jahre oder Jahrzehnte erfordern. Daher solltet ihr euch zu Beginn wirklich überlegen, wieviele Rassen eure Geschichte überhaupt braucht. Natürlich kann man in seiner Welt mehr als nur eine Rasse ansiedeln, aber dann muss man sich die Frage stellen, in welchem Ausmaß die jeweiligen Rassen ausgebaut werden sollen.
Eine weitere Möglichkeit ist es - solltet ihr mehr als eine Rasse in eurer Welt haben - nur einige wenige Rassen gründlicher auszubauen. So kann man beispielsweise die Rassen, die die Geschichte hauptsächlich tragen gründlich ausarbeiten und andere Rassen, die in der Geschichte eine eher nebensächliche Rolle spielen, etwas vernachlässigen.
Was aber auf jeden Fall zu bedenken ist - sobald ihr mehr als nur eine Rasse ins Spiel bringt - ist, wie diese Rassen bzw. Völker zueinander stehen. Welche Rasse versteht sich mit einer anderen besonders gut und welche Rassen können überhaupt nicht miteinander. Dabei ist natürlich dann auch auf das "warum" zu achten. Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass zwei Rassen einfach mal so Krieg gegeneinader führen. Hierfür muss es in der Vergangenheit ja Gründe gegeben haben. Selbst wenn ihr nicht vorhabt, dieses Hintergrundwissen der Rassen mit in die Geschichte einzubauen, müsst ihr wissen, wie es zwischen den einzelnen Rassen aussieht. Es ist die Basis eurer Welt, praktisch das Gerüst, auf der eure Geschichte aufgebaut wird.



Zuletzt von Xhex am 05.07.12 23:40 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Eine eigene Welt erschaffen   11.03.11 8:28


Soll es in meiner Welt nur ein Reich oder Land geben, oder besteht es aus mehreren Ländern?


Ob deine Welt aus einem Reich oder mehreren Ländern bestehen soll, ist abhängig davon, wie viel Arbeit du in deine Welterschaffung stecken möchtest. Denn natürlich bedeutet eine Welt, in der es mehr als nur ein Reich gibt, auch einiges mehr an Arbeit, die auf dich zukommen wird. Du fragst dich jetzt vielleicht, warum das mehr Arbeit bedeutet. Man zieht einfach ein paar Grenzen und schon hat man mehrere Länder. Wo soll da die Mehrarbeit sein. Doch ganz so einfach ist es bei einer Welt, in der es mehr als nur ein Land oder Reich gibt, leider nicht. Einfach nur die Grenzen ziehen, reicht nicht aus, wenn deine Welt glaubhaft sein soll.

Für die Erschaffung einer Welt musst du ja einiges planen und ausarbeiten. Das fängt bei den geografischen Dingen an, geht über Rassenbeschreibung und Kultur, bis hin zur Staatsform, die es in deiner Welt geben soll. Planst du nun, deine Welt aus mehreren Ländern bestehen zu lassen, musst du diese Punkte für jedes dieser Länder ausarbeiten und planen. Du musst wissen, wie die Länder zueinander stehen. Wie sieht es in den einzelnen Reichen aus? Haben sie eine gemeinschaftliche Geschichte und entstanden die einzelnen Länder erst im Laufe der Zeit? Gibt es Handelsbeziehungen zwischen ihnen oder herrschte in der Vergangenheit schon mal ein Krieg? Auch die Staatsformen kann in jedem deiner Länder eine andere sein.
Wenn du nun denkst: „Das kann doch in allen Ländern ziemlich gleich sein“, hast du dir deine Antwort schon selbst gegeben, denn kein Land ist wie das Andere. Dann rate ich dir wirklich: Lass deine Welt aus nur einem einzigen Reich bestehen und konzentriere dich auf seine Ausarbeitung.
Denn wenn es unter den Ländern keine Unterschiede geben soll, warum sollte es dann mehrere Reiche geben.
Das spannende an einer Welt, die aus mehreren Ländern besteht, ist ja genau das, was diese Länder unterscheidet.

Schau dir beispielsweise mal Die Buchreihe „Die Gilde der schwarzen Magier“ an. Trudi Canavan ist ein hervorragendes Beispiel, wie sie in ihrer Geschichte die einzelnen Länder vorstellt. Der Leser lernt nicht nur das Reich Kyralia kennen, sondern erfährt im Laufe der Geschichte auf viel über die Nachbarländer wie Sachaka und Elyne. Die Unterschiede der einzelnen Länder drückt sich nicht nur landschaftlich aus, sondern vor allem auch in Bereichen wie Moral, Kultur und Gesetze.

Möchtest du nun eine Welt erschaffen, in der es mehr als nur ein Reich gibt, so achte jedoch darauf, dass es nicht zu viele werden. Wirfst du deinem Leser eine Welt vor die Füße, in dem es unzählige Reiche gibt und verlierst dich in detaillierte Beschreibungen zu jedem Land, wird dein Leser schnell gelangweilt sein.
Du solltest also auf ein gesundes Mittelmaß achten. Ideal sind zwei, maximal drei Länder. Das ist für jeden Leser noch überschaubar und nachvollziehbar.
Möchtest du aber unbedingt mehr als diese zwei oder drei Länder in deiner Welt haben, so gebe ich dir den Tipp:
Lass es eine noch unerforschte Gegend oder eine Sperrzone sein. So lässt du dir die Möglichkeit offen, deine Welt zu einem späteren Zeitpunkt Stück für Stück zu vergrößern.

Du siehst, es gibt schon bei dieser „einfachen“ Frage, mehr zu bedenken, als es auf den ersten Blick den Anschein hat.



Zuletzt von Xhex am 05.07.12 23:42 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Eine eigene Welt erschaffen   11.03.11 8:28


Parallelwelt oder eigenständige Welt?


Widmen wir uns nun dem ersten Punkt meiner oben genannten Liste.
Zu Beginn solltest du dir überlegen, um was für eine Welt es sich überhaupt handeln soll.
Soll sie parallel zu unserer Welt existieren, oder soll es sich dabei um eine Welt handeln, in der die Unsere nicht existiert.
Wenn du dich nun fragst, was für eine Rolle das bei der Planung deiner Welt spielt, so muss ich dir sagen:
Es spielt eine große, wenn nicht sogar sehr große Rolle.

Eine Parallelwelt kannst du im kleinen Rahmen, neben unserer Welt herlaufen lassen. Du brauchst diese Welt nicht unbedingt bis ins kleinste Detail ausbauen. Es reicht, wenn du deinem Leser einige Ausschnitte aus deiner Welt präsentierst. Auf der anderen Seite kannst du sie aber auch unendlich ausbauen.
Ein gutes Beispiel für solch eine Parallelwelt und ihre Möglichkeiten bietet die Buchreihe „Chroniken der Unterwelt“ von Cassandra Claire. Die dort existierende Parallelwelt wird dem Leser im Laufe der Buchreihe Stück für Stück näher gebracht. Ein Besuch dieser Parallelwelt erfolgt sogar erst im dritten Buch.
Eine so angelegte Welt braucht nun wirklich nicht bis ins kleinste Detail ausgearbeitet sein. Die Beschreibung eines einzelnen Ortes kann schon vollkommen ausreichen. Auf der anderen Seite lässt du dir aber auch die Möglichkeit offen, nach und nach deine Welt immer weiter auszubauen.

Bei einer eigenständigen Welt sieht das schon etwas anders aus. Du entführst deinen Leser ja in eine ihm völlig unbekannte Welt, die er noch gar nicht kennt. Natürlich möchte er nun wissen, wie diese Welt aussieht, möchte wissen, wie sie funktioniert und welche Wesen in dieser Welt leben.
Man stelle sich nur einmal eine Buchreihe wie „Die Gilde der schwarzen Magier“ von Trudi Canavan vor.
Die Reihe spielt in einer fiktiven Welt, die von der Autorin in liebevollen Details vorgestellt wird. Es existiert nicht nur ein Glossar und eine Landkarte zu dieser Welt, sondern dem Leser wird auch Einblick in Bereiche wie Völker, Politik, Flora und Geografie gewährt.
Das aber wohl berühmteste Beispiel für die Ausarbeitung einer solch fiktiven Welt ist natürlich J.R.R. Tolkien mit seinem „Herr der Ringe“. An der Ausarbeitung seiner Welt saß Tolkien mehrere Jahrzehnte.

Du siehst also, wie wichtig es ist, dir zu Beginn genau zu überlegen, um was für eine Welt es sich bei deiner handeln soll und wie umfangreich du gewillt bist, sie auszuarbeiten.
Bei einer Parallelwelt kannst du ruhig mit wenigen Details beginnen und sie später beliebig erweitern. Bei einer Geschichte, die in einer komplett fiktiven Welt spielt, musst du diese um ein vielfaches detaillierter planen.

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