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 Die Kriterien einer Kurzgeschichte

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BeitragThema: Die Kriterien einer Kurzgeschichte   23.05.12 16:18

Die Kriterien einer Kurzgeschichte


Eine kurze Erzählung oder Geschichte ist noch keine Kurzgeschichte. Erst bestimmte Kennzeichen (Kriterien) machen sie dazu.

Die Kurzgeschichte ähnelt der Novelle, aber sie ist kürzer und nicht so hochliterarisch, so volkommen, so komplex. Und ihr Schluss ist auch nicht so schön abgerundet wie bei der Novelle.

Die Kurzgeschichten präsentieren im Gegensatz zu Novellen eine Momentaufnahme, eine außergewöhnliche Situation, einen entscheidenden Lebensausschnitt, der manchmal sogar in einen Lebensbruch mündet.

Schon mit dem ersten Satz der Kurzgeschichte ist man als Leser(in) übergangslos drin im Geschehen, das linear, also ohne Neben- oder Gegenhandlungen, spannungsgeladen emotional, oft nur bruchstückhaft andeutend, fortgeführt wird bis zum unerwarteten offenen Schluss.
Letzteres heißt: ohne die erwartete Aufklärung!

Diese überraschende Situation, im Extremfall der Schock, zwingt uns Leser(innen) zum Weiter-und-zu-Ende-Denken, letztendlich zu Mutmaßungen, die in unserer Gedankenwelt eine Fortsetzungsgeschichte provozieren.

Die handelnden Personen sind in der Regel durchschnittliche Menschen im alltäglichen Milieu, die zufällig schicksalhaft in die Grenzsituation hineingeraten sind und zum Reagieren gezwungen werden. Diese durchlebte Wirklichkeit wird mit andeutenden, knappen Worten – durchweg in wörtlicher Rede – oft verfremdet, übersteigert und doppeldeutig erzählt.

Trotz der meist lapidaren Erzählweise bieten sich den Schreibenden aber die unterschiedlichsten Inszenierungen an, von der realistischen Reportage bis zur bizarren Phantastik oder bis zum wunderbaren Mysterium.


Hauptmerkmale der Kurzgeschichte


  • Geringer Umfang

  • Keine Einleitung (bzw. sehr kurze Einleitung) d.h. keine Exposition

  • Überraschender Einstieg

  • Offener Schluss oder eine Pointe

  • Konfliktreiche Situation

  • Ein oder zwei Hauptpersonen stehen im Mittelpunkt (es gibt jedoch auch Kurzgeschichten mit deutlich mehr Hauptpersonen)

  • Ein entscheidender Einschnitt aus dem Leben der handelnden Person wird erzählt

  • Chronologisches / lineares Erzählen und in der Regel nur ein Handlungsstrang ohne Rückblenden

  • Wenig Handlung

  • Metaphern und Leitmotive weisen den Leser auf wichtige Gesichtspunkte der Geschichte hin

  • Der Höhepunkt/Wendepunkt ereignet sich am Ende der Geschichte.

  • Themen sind Probleme der Zeit

  • Alltagssituationen, keine Helden

  • Ort und Zeit sehr komprimiert

  • Sprache oft sachlich, nüchtern, knapp, bildhaft, realitätsnah, funktional




_________________
Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Kunst und Wissenschaft steht. Wer es nicht kennt und sich nicht mehr wundern kann, der ist sozusagen tot und sein Auge erloschen. ~ Albert Einstein.
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