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 Magie der Bäume

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BeitragThema: Magie der Bäume   10.10.11 21:28


Magie der Bäume!


Apfelbaum


Apfelbäume stehen in allen euro-asiatischen Kulturen für Leben, Liebe, Erotik und Fruchtbarkeit. Deswegen gibt es auch so viele Apfelorakel, die sich mit der Liebe befassen, oder damit, wie lange ein Mensch noch leben wird.
Dem Apfelbaum wird nachgesagft, dass er in enger Verbindung mit der Anderwelt der Elfen und Feen steht. So soll man sich hüten, unter einem Apfelbaum einzuschlafen, weil es sonst geschen könnte, dass man sich nach dem Aufwachen in dieser wiederfindet.
"An apple a day keeps the doctor away" so heißt es in einem alten englischen Spruch (sinngemäß: Ein Apfel am Tag hält den Arzt fern). Tatsächlich ist etwas Wahres daran, denn Äpfel sind tatsächlich für die Gesundheit sehr förderlich:
Äpfel können: die Verdauung fördern, Durchfall heilen, den Cholesterinspiegel senken (sie enthalten wesentlich mehr Flavonide als das berühmte Viertele Rotweinfür's Herz), und gegen Mikroben wirken. Manche Naturheilkundler sagen ihm sogar eine gewisse Antikrebswirkung nach!


Birke


Bei den alten Germanen galt die Birke ebenso wie bei den Slawen als Zauberbaum. Sie war ein Symbol für den Frühling und das wiedererwachende Leben. Sie wurde früher für Liebes- und Fruchtbarkeitsmagie benutzt (noch heute erkennbar in den Maien, die verliebte Jünglinge ihren Mädchen vor die Häuser stecken) aber auch für Schutzzauber: So wurden Wiegen früher gerne aus dem Holz hergestellt, und oft wurden Grundstücke mit Birkenzweigen abgesteckt. Aus Birkenzweigen wurden die Besen hergestellt, mit denen sakrale Orte gereinigt und böse Geister vertrieben wurden (woraus vermutlich die Hexenbesen entstanden sind, aber auch die Sitte, das alte Jahr auszukehren).
Als Heilpflanze hat die Birke auch heute noch große Bedeutung: Das Birkenwasser, was aus der verletzten Rinde des Baums austritt, ist Bestandtteil von vielen Haarwässern, und es wird auch oft zur Überwindung der Frühjahrsmüdigkeit getrunken. Die Blätter enthalten Flavonglycoside, Vitamin C, Gerbstoffe und etherische Öle, ein Tee aus den Blättern wird bei Nierenentzündungen empfohlen.
Auch sonst war und ist die Birke beinahe unerhört nützlich: Aus der Rinde wurden früher Papier, Behälter, Kleidung und Schuhe hergestellt, man konnte sie auch zum Dachdecken und zum Bau von Kanus verwenden. Die Gerbstoffe aus der Rinde sind nützlich beim Gerben von Leder. Birkenteer wurde zur Herstellung von Pfeilen verwendet, lässt das Holz sogar in feuchtem Zustand brennen und ist heute Bestandtteil des parfums "Russisch Leder". Da das Kambium viel Zucker, Öl und selbst Vitamin C enthält, diente das daraus hergestellte Birkenmehl als früher als Notration. Aus dem Birkenholz fertigte man früher Holzschuhe und Propeller und benutzt es heute für Möbel- und Innenausbau, für die Anfertigung von Haushaltswaren (z. B. Messergriffe) für Sperrholz, Span- und Faserplatten, für Zellstoff sowie für Drechselarbeiten, Furniere aus Birkenholz ersetzen zunehmend solche aus Tropenhölzern, und Birken werden gepflanzt, um Moore zu entwässern.


Buche


Buchen wurden immer in Zusammenhang gesehen mit Bildung und Weisheit und dem Weitergeben von Überlieferungen. Nicht umsonst ist das Wort "Buch" in einigen Sprachen eng mit dem Namen des Baumes verwandt, denn das erste "Buch" der Germanen war wohl ein Buchenzweig, auf den in Oghamschrift Worte geritzt waren. Das Aufschreiben beförderte die Dinge auf merkwürdige Art und Weise in die wirkliche Welt, denn so konnten sie weitergegeben und überliefert werden.
Daraus entwickelte sich naturgemäß einiger Aberglaube: So wurden im Frankreich des 19. Jahrhunderts getrocknete Buchenblätter in Matratzen gefüllt. Wer darauf schlief, und vor dem Einschlafen eine Frage stellte, dem sollte im Schlaf die Antwort darauf gegeben werden. Mädchen die Namen der Liebhaber in die -Rinde von Buchen, um sie durch diese Weise an sich zu binden. Auch Wünsche sollten so erfüllt werden. Amulette aus Buchenholz sollten dem Träger Glück bringen und ihn beschützen.
Aber auch wirklichen Nutzen brachten die Bäume, denn man konnte aus ihrem Holz Hütten bauen und das Sammeln von Bucheckern konnte in Hungerzeiten ganu real das Überleben sichern. Zudem stärkte das Sammeln der winzigen Früchte sicher auch den Zusammenhalt der Clans oder Stämme.
Buchenhaine fand man in der Nähe vieler Heiligtümer, wie zum Beispiel Avebury oder Cerne Abbas. Ob das nun wegen des Nutzens oder wegen des majestätischen Aussehens der Fall war, wird man wohl nie erfahren.
Buchen sind in ganz Mitteleuropa weit verbreitet. Unter natürlichen Bedingungen wäre Deutschland vermutlich zum großen Teil von Buchenmischwäldern bedeckt. Buchen können bis ins hohe Alter weiter wachsen, deswegen gibt es Exemplare, die über 40 m hoch sind. Das rötliche Holz ist sehr hart und wird gerne im Möbelbau verwendet. Die Bucheckern aber dienen wohl nur noch in seltensten Fällen der Ernährung, allerdings werden sie gerne von Kindern beim herbstlichen Waldspaziergang geknabbert.


Eberesche


Wohl wegen der scharlachroten Beeren wurden der Eberesche Verbindungen zur Anderswelt zugesprochen. Druiden pflanzten ihn um ihre Kultplätze, was diese vor bösen einflüssen bewahren sollte.
Früher benutzte man Ebereschen vor allem zur Abwehr von Hexerei, Feen und den bösen Blick, deswegen wurde sie oft in Gärten und in die Nähe von Häusern gepflanzt. Es reicht aber auch ein Zweig davon, an den man möglichst noch einen roten Faden bindet. Auch der Rauch aus einem Feuer der Äste konnte bösartige Feen vertreiben. In vielen Häusern wurde das ganze Jahr ein kleinerer Vorrat an Ebereschenzweigen aufbewahrt, um das Eindringen böser Geister zu verhindern. Jeweils am 3. Mai musste das Holz erneuert werden. Kleinere Stücke konnte man auch als Amulett bei sich tragen. Eine Hexe, die man mit einem Ebereschenzweig berührte, sollte sofort und auf der Stelle vom Teufel persönlich in die Hölle befördert werden.
Die Eberesche ist ein zierlicher Baum, er gehört wegen seiner Widerstandtkraft zu den Pioniergehölzen.Die roten Beeren sind sehr attraktiv für Vögel, weshalb man sie früher zum Vogelfang einsetzte.
Sie sind schwach giftig, übermäßiger Genuss könnte zu Magenbeschwerden und Übelkeit führen. Durch Kochen wird dieses Gift übrigens zerstört. Die roten Beeren werden in der Volksmedizin Heilmittel gegen "Winterkrankheiten" wie Rheuma, Atemwegserkrankungen, Heiserkeit oder Gicht eingesetzt. Sie wirken auch regulierend auf die Darmtätigkeit, man kann sie also, wie Äpfel, sowol bei Verstopfung als auch bei Durchfall benutzen.
In der Schulmedizin spritzt man einen Auszug aus Sorbus intravenös zur Senkung des Augeninnendrucks bei Glaukomerkrankungen. Zudem stellt man aus den Vogelbeeren eine zuckerähnliche Substanz für Diabetiker her.
Natürlich kann man aus den Vogelbeeren auch einfach Mus, Marmelade, Saft oder Kräuterlikör herstellen!
Das Holz der Eberesche hat man früher zur Herstellung von Faßdauben und für die Wagnerei benutzt. Heute verwendet man es zum Drechseln und Schnitzen, für Holzschrauben und -räder, in der Bildhauerei und zumnehmend auch als Möbelholz und für Furniere.


Eibe


Die Eibe als Relikt aus dem Tertiärzeitalter gilt als der älteste Nadelbaum.
Eiben haben alles, was einen Zauberbaum ausmacht: Sie sind immergrün, haben rote Beeren und sind zudem auch noch sehr giftig und haben eine außergewöhnlich lange Lebensdauer. Sie galt als perfekter Abwehrzauber vor Hexen, Dämonen und Geistern, sollte aber auch vor Blitzeinschlägen schützen. Deswegen pflanzte man sie oft als Hecken um die Häuser und in die Nähe von Kirchen. Man fertigte aus dem harten, zähen und abriebfesten Holz Türpfosten und tragende Bau- und Möbelteile (besonders von Betten) an, die diesen Schutz ebenfalls gewähren sollten. Aus Eibenholz waren traditionell Wünschelruten und Zauberstäbe.
Eiben sind als einzige einheimische Baumart stark giftig. Mit dem Gift behandelten die Kelten ihre Pfeile, und man glaubte, es sei so stark, das Menschen die im Schatten eines solchen Baumes schliefen, sofort sterben würden. In der Tat wurden die Nadeln früher für so manchen Mord oder Selbstmord verwendet oder zu Abtreibungen benutzt, was sicher auch oft Vergiftungen nach sich zog. Folgerichtig wurde der Baum zum todesbaum und spielte auch eine große Rolle in Totenkulten.
In der modernen Medizin wird die Eibe in der Homöopathie benutzt und neuerdings befasst sich die Krebsforschung damit. Aus dem Todesbaum wird ja vielleicht doch wieder ein Lebensbaum?
Früher fertigte man aus Eibenholz Armbrüste und die berühmten Eibenholzbögen. Heute werden daraus noch Möbel, Holzblasinstrumente, Vertäfelungen und Bilderrahmen hergestellt. Auch als Furnier in der Kunsttischlerei findet es Verwendung.
Schon im 16. Jahrhundert war der Baum so selten geworden, dass man Schonzeiten für den Baum erließ. Auch heute stehen Eiben noch unter Naturschutz. Nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen darf damit gehandelt werden.


Eiche


In fast allen Kulturen, die eine Verbindung zu Bäumen hatten, galt die Eiche als heiliger Baum. Das harte HOlz und das spät fallende und langsam vergehende Laub machten sie zum Symbol für Standhaftigkeit und Unsterblichkeit. Häufig wird sie mit Blitz- und Donnergottheiten wie Thor oder Zeus assoziiert, denn offenbar schlägt der Blitz tatsächlich häufiger in eichen ein als in andere Bäume, was vielleicht an ihrer Größe liegt.
Ein Haus, das aus Eichenbalken gebaut war, bot seinen Bewohnern einen ganz besonderen Schutz vor Blitzschlag, Hexerei und bösen Geistern. Den gleichen Sinn hatten aber auch im Haus aufbewahrte Zweige und Blätter. Auch eine Eichel, die man auf das Fensterbrett legte, sollte vor Blitzschlag schützen, deswegen haben noch heute die Bommel an Jalousien oft die Form von Eicheln!
Da Eichen sehr alt werden, gestand man ihnen auch Schutzwirkungen für Alter und Gebrechen zu. Eine Frau, die ständig eine Eichel in der Hand trägt, sollte vor dem Altern geschützt sein (allerdings dürfte das im Alltag wohl doch einige Schwierigkeiten bereiten )
Eicheln in der Tasche sollten schützen vor diversen Krankheiten, besonders vor der Cholera. Und wenn man am Johannistag eine Eiche umarmte, so sollte das gegen Kinderlosigkeit helfen.
Heute verwendet man in der Heilkunde vor allem die Rinde des Eichbaumes. Sie hat einen hohen Gerbstoffgehelt und wird eingesetzt zu Bädern und Spülungen bei Frostbeulen und Schweißfüßen und bei Entzündungen.
Eichenholz findet Verwendung im Möbel und Innenausbau, für Drechslerarbeiten, Parkett und Furnier, man baut Türen und Fenster daraus. auch im Brücken- Hoch- und Tiefbau wird es eingesetzt, außerdem noch im Schiffsbau.


Erle


Erlen haben in den Legenden und Sagen vieler Völkerschaften einen festen Platz. Durch ihr finsteres Ausehen und ihren natürlichen Standort (unheimliche, feuchte Moorlandschaften in denen Moderwesen ihr Unwesen treiben sollten und die Elfen ihren Tanzplatz hatten) ist sie assoziiert mit Tod und Weggehen, Entsagung und Erneuerung. Erlen gelten aber auch als Schutzbäume, denn ihr Holz ist sehr haltbar und unempfindlich gegen Verrotten (Venedig steht auf Erlenpfählen!). Das Erlenholz läuft rot an, wenn es geschlagen wird, was früher ein untrügliches ZEichen dafür war, dass die Bäume von beseelten Wesen bewohnt sein mussten: Erlenfrauen oder Elfen.
Zerriebene Erlenblätter sollten helfen gegen Flöhe, Wanzen, Mäuse und "angehextes Getier". In der Walpurgisnacht steckte man die Höfe mit Erlenzweigen ab um böse Geister fernzuhalten. Man setzte Erlenzweige auch gegen Feuersbrünste ein, wegen ihrer roten Farbe.
Erlen waren aber auch durchaus real nützlich: man fertigte aus dem Holz Schuhe, benutzte es, wei gesagt, als wiederstandsfähiges Bauholz, und die Rinde wurde benutzt um Leder zu färben, und aus den Zapfen stellte man Tinte her.
Heute fertigt man aus dem rötlichen Holz Möbel an und benutzt es immer noch als Bauholz für feuchte Stellen.


Espe oder auch Zitterpappel


Die Blätter der Espe zittern aufgrund der flachen Form des Stiels schon beim leisesten Windhauch, ja sogar schon, wenn man gar keinen Windhauch bemerken kann. Kein Wunder, dass die Menschen früher von ihr meinten, sie stünde mit der Feenwelt in Verbindung. Ein Espenkranz als Kopofbedeckung erleichterte den Eintritt in die Anderwelt, oder auch den Übergang in den Tod. Espenzweige benutzte man früher oft auch als Grabbeigaben. Andererseits sind es auch Schutzbäume vor bösartigen Feen. Da Espen oft laut rauschen, sollte ein Blatt auf der Zunge die Gabe der Beredsamkeit verleihen.
Pappelholz ist leicht, weich und lässt sich leicht bearbeiten. Deswegen wird es manchmal im Modellbau verwendet und für Wegwerfartikel wie Zahnstocher, Streichhölzer, Einwegbesteck, Salbenspatel etc.


Hasel


Der Haselstrauch ist in Europa weit verbreitet, nur nicht im hohen Norden. Nussfunde in Gräbern aus der Stinzeit beweisen, dass man sie damals bereits verwendete und vermutlich auch aß.
Die Speise der Götter natte man die Haselnüsse oft. Sie waren ein wichtiger Beitrag zur Ernährung im Winter, und schon in alter zeit brachte man sie in Verbindung mit Fruchtbarkeit und Sexualität.
Haselsträucher sollten Schutz bieten gegen unfreundliche Naturgeister und gefährliche Energien wie Krankheiten, Blitz, Feuer und natürlich gegen Hexen. Gleiches konnten Zweige bewirken, die man über der Tür ans Haus nagelte. Gleichzeitig galten Haselruten als ideal zur Anfertigung von Zauberstäben und Wünschelruten, mit denen man auch verborgene Schätze leicht aufspüren können sollte. Auch galten kleine Haselzweige, an der Kopfbedeckung getragen, als wertvolle Glücksbringer. Seeleute nahmen kleine Stücke mit an Bord als Amulette gegen Schiffbruch.
Mit Haselzweigen steckte man Gerichtsstätten ab, und häufig waren auch die Richterstäbe aus Haselholz, weil man glaubte, das würde der Wahrheitsfindung dienen.
Haseln standen immer in enger Verbindung zu Liebe und Fruchtbarkeit, wie immer noch zahlreiche Sprüche und Redewendungen beweisen: "in die Haseln gehen" (für ein heimliches Rendezvous), "viel Hasel, viel Kinder ohne Vater" oder "der ist aus der Haselstaude entsprungen". Hildegard von Bingen verteufelt den Haselstrauch als "...ein Sinnbild der Wollust, zu Heilzwecken taugt er kaum...", empfiehlt aber Hasel trotzdem bei Erkältungen, Lungenentzündung und Impotenz. Haselnußöl wurde als Aphrodisiakum verwendet, und wenn jemand sich so gar nicht für das andere Geschlecht interessieren wollte, mischte man auch schon mal zu Pulver gebrannte Haselrinde in sein Essen.
Mancherorts hingen junge Paare Haselzweige über das Bett, wenn es mit dem Kindersegen nicht so recht klappen wollte. Auch zu Liebeszauber konnte man Hasel verwenden, indem man der widerstrebenden Dame zu Pulver verbrannte Nüsse ins Essen mischte.
Das Holz der Hasel wurde früher für Fassreifen, Flechtzäune, Spazierstöcke und Korbbügel, für Speerschäfte, aber auch für Drechslerarbeiten und zur Gewinnung von Holzkohle und zur Produktion von Schießpulver verwendet. Heute ist e seher von geringer Bedeutung, man verwendet es für Zäune, selten im Möbelbau.


Holunder


Holunder wird anscheinend seit der Steinzeit in allen Teilen verehrt und geschätzt. Bei den Germanen war er der Freya zugeordnet, die identisch ist mit der Frau Holle oder Hulda der Märchen. Dieser Name geht auf die alte Bezeichnung "hold“ zurück, was soviel wie "gnädig" oder "treu" bedeutet.
Die Heilkraft des Holunder ist schon in alten Zeiten geschätzt und bekannt gewesen. Vermutlich wäre der Berufsstand der Bauern wohl längst ausgestorben, hätten sie nicht den Holunder gehabt. Von Magenverstimmungen, Erkältungen, Grippe, Rheumatismus, Nierenentzündung, Augenkrankheiten bis zu Darmkrämpfen und Ischias reicht die Liste der Krankheiten, die man früher mit Holunder behandelt hat. Kein Wunder, das man den Baum früher als "Herrgottsapotheke" bezeichnet hat.
Zu den realen Behandlungsmöglichkeiten mit Tee und Bädern gesellte sich alsbald allerhand Aberglaube. Es hieß, man könne sich vor Krankheiten schützen, wenn man Kleidungsstücke oder Milchzähne in seinem Schatten eingrub. Man versuchte, durch Zaubersprüche Krankeiten in den Bush überzuleiten, oder man trug ein Stück Holunderholz am Körper, um Krankheiten von sich abzuwenden. Der magische Schutz des Holunder reichte aber nicht nur für Krankheiten, er sollte ein Haus auch vor Zauberei, elfischen Umtrieben und Unwetterschäden bewahren.
Andererseits spielte der Holunder auch eine wichtige Rolle im Totenkult. In vielen Gegenden wurden aus seinem Holz Grabkreuzte gefertigt, oder die Toten wurden auf Holunderreisig gebettet. Bei Totenwachen wurde Fliedertee getrunken. Manchmal steckte man auch ein frische Holunderzweige auf Gräber, deren Austreiben anzeigen sollte, dass der Verstorbene wohlwollend ins Reich der Toten aufgenommen wurde. Nicht nur zur totenwelt hat der Holunder Bezüge, sondern auch zur Anderwelt, der Welt der Elfen und Feen. Wer die Mitsommernacht unter einem Holunder verbringe, so hieß es, könne dem Feenkönig samt Gefolge begegnen, und wer unter einem Holunder schlafe, könne sich am nächsten Morgen unter Umständen in der Feenwelt wiederfinden.
Diese Verbindung zum Tod hat vermutlich dazu geführt, dass man auf gar keinen Fall Holunderzweige ins Haus bringen oder im Ofen verbrennen sollte, da dieses zu großem Unglück führen sollte und praktisch böse Geister ins Haus einlud. Besonders gefährlich war es, Wiegen damit zu schmücken, denn das galt als Zeichen für die Feen, das darin liegende Kind mitzunehmen.
Mit zunehmender Christianisierung verkehrte sich die Verehrung des Holunder oftmals ins Gegenteil. Man brachte ihn mit Hexen und Zauberei in Verbindung, es gab "Holunderhexen", die sich in Holunderbüsche verwandelten, und überhaupt sollten in dem Büschen allerhand böse Geister leben. Angeblich sollte das Kreuz, an dem Jesus starb, aus Holunderholz gewesen sein, und, so hieß es, Judas habe sich an einem Holunder erhängt. Wenn man Holunderholz im Ofen verbrenne, so käme der Teufel durch den Karmin gefahren!
Und doch gelang es nicht ganz, den Holunder zu verunglimpfen. Man findet Holunder deswegen auch heute noch oft in Bauerngärten als beschützenden Hausbaum. An gewissen Tagen des Jahres, an dem traditionsgemäß Hexen und Elfen ihr Unwedsen treiben sollten (z. B. Walpurgisnacht), nagelte man Holunderzweige über den Hauseingang, um das Haus vor den bösen Geistern zu schützen.


Linde


Die Linde wird sehr alt, man kennt Exemplare, die wohl 1500 Jahre auf dem Buckel haben. MIt ihren herzförmigen Blättern ist sie der Freija (Liebesgöttin, Hüterin des Feuers und des Friedens) zugeordnet. So wurden die Linden zum Liebesbaum, was immer noch in verschiedenen überlieferten Bräuchen zu sehen ist: Unter LInden fanden in der Eifel zur Kirchweih die Maienehen/Mädchenversteigerungen statt, bei der sich ein junger Mann das Privileg erkaufen konnte, ein Jahr lang mit dem ersteigerten Mädchen zu allen Festen zu gehen. Überhaupt fanden unter Linden (manchmal auch buchstäblich in den Linden, denn man errichtete in den riesigen Bäumen Plattformen für die Muskikkapellen, manchmal sogar Tanzböden!) Tanzveranstaltungen statt. Tanzlinden sind zum Beispiel noch erhalten in Limmersdorf bei Bayreuth und Schenklengsfeld in der Nähe von Bad Hersfeld.
Da man der LInde nachsagte, als Baum Freijas könne sie die Wahrheit ans Licht bringen, hielt man unter ihr Gerichts- und Thingversammlungen ab. Viele Urkunden belegen dasl alte "judicum sub tilia", das noch bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts mancherorts paraktiziert wurde.
Die Linde galt auch als Schutzbaum vor Gewitter und bösen Geistern (Blätter, Bast und Asche wurden verarbeitet zu Mitteln gegen Krankheit, Verhexung und Zauberei), weshalb man sie gerne in Dörfer und Städte pflanzte.
Auch während der Christianisierung blieben die LInden "lignum sacrum" (heiliges Holz), denn viele Heiligenstatuen wurden daraus geschnitzt. So manche Linde wurde umgewidtmet zum Marienbaum, und somit zum Ziel von Wallfahrten.
In der Heilkunde verwendete man Linden im Mittelalter gegen allerlei "Gebresten" des Hirns, gegen Schlaganfall, Darmkrankheiten und Hautflecken. Noch heute kennt man LIndenblütentee als Erkältungstee.
Lindenholz benutzt man heute noch zum Schnitzen und Drechseln, und fertigt daraus Holzschuhe und Zündhölzer. Außerdem findet es im Klavierbau Verwendung sowie bei der Herstellung von Zeichenbrettern.


Schlehe


Wahrscheinlich ist die Schlehe die wilde Vorfahre unserer Pflaumen und Zwetschgen. Im Mittelalter pflanzte man Schlehen als wehrhaften Zaun um die Gärten. Nicht nur wilde Tiere sollten die stacheligen Schlehemnbüxhe abhalten, sondern es wurden ihnen zudem, wie anderen dornigen Pflanzen auch, antidämonische Kräfte nachgesagt.
Den Feen soll der Schlehdorn heilig sein, so heißt es, und wer sich an einem Schlehenbusch vergreift, soll ihre Rache auf sich ziehen.
Eine Schlehenhecke bietet Schutz und Nahrung für Menschen und auch zahllose Tierarten. Schon in der STeinzeit hat man Schlehen geerntet, wie die Kerne beweisen, die man in steinzeitlichen Siedlungen gefunden hat.
Schlehen sind vorzügliche Vitaminlieferanten und wirken harntreibend, entzündungshemmend und appetitanregend. Eine Kompresse mit Schlehenblüten soll auch gegen unreine Haut helfen.


Wacholder


Wacholder als immergrünes Gewächs war immer ein Schutz- und Lebensbaum. Frau Holle und damit Freija hat mit dem Namen zu tun. Seine manchmal etwas unheimliche Gestalt hat in Heidegebieten schon immer die Fantasie der Menschen beflügelt, Man verbindet mit ihm Vorstellungen über Tod, aber auch Jugend und ewiges Leben. Man pflanzte ihn auf Friedhöfe und ums Haus als Schutz vor Hexen und bösen Geistern.
Vermutlich auf alte Fruchtbarkeitszauber geht das sogenannte "Frischegrünpeitschen" zurück, mit dem in einigen Gegenden zu verschiedenen Zeiten Langschläfer aus dem Bett getrieben werden.
Schon früh fand er als Heilpflanze Verwendung gegen Husten, Blähungen und Bauchweh. Der Genuss der Beeren sollte einem für immer die Jugend erhalten. Räucherungen mit Wacholder sollten gegen die Pest schützen (und wirken offenbar tatsächlich antibakteriell). Vorsicht ist allerdings angesagt bei Selbstbmedikation! Besonders bei Personen mit vorgeschädigter Niere, aber auch bei Schwangeren kann es gefährlich sein! Die sogenannte "Wacholderkur" des Pfarrer Kneipp, bei der Wachlolderbeeren gekaut werden müssen, sollte man deswegen besser bleiben lassen!
Wie so oft kam auch hier allerhand Aberglaube hinzu: Wanderer, die Wachholderzweige am Hut tragen, brauchen keine Angst vor Blasen an den Füßen zu haben. An Sankt Martin den Stall gesteckt, bescheren Wachholderstecken dem Vieh reichlichen Nachwuchs, Wacholder im Fundament oder am Haus schützen es vor Dämonen und Hexerei. Faßreifen aus Wacholder bewahren das in dem Faß gelagerte Getränk vor dem Verderben und bösem Zauber, der Stab im Buttergefäß sollte aus Wacholder sein, um die Butter vor dem Behexen zu schützen.
Die Zähigkeit von Wacholderholz macht es ideal für Peitschenstiele und Faßreifen (hier spielt allerdings auch der Aberglaube eine Rolle...).Oder es landet wegen seines würzigen Aromas gleich im Räuchererofen. Für Bauzwecke ist es wegen des geringen Stammdurchmessers und des unregelmäßigen Wuchses nicht geeignet. Allerdings verwendet man es gerne für Drechsel- und Schitzarbeiten, in der Kunsttischlerei und zur Herstellung von Bleisstiften.


Weide


Weiden wachsen bevorzugt feuchten, nebeligen Auen und an Flussufern, also in ziemlich wilden, manchmal unheimlichen oder sogar gefährlichen Gegenden. Kein Wunder, dass ihnen eine starke Verbindung zur Feen- oder Totenwelt nachgesagt wird. Schon den Kindern erzählte man, dass in den Weiden, besonders in den bizarren Kopfweiden, Geister wohnten, die Seelen ertrunkener Kinder! Auch unheimliche Wasserwesen sollten sich dort aufhalten, und als Hexentreffpunkt galten sie ebenfalls.
Aus den Zweigen der Weide konnte man, neben real nützlichen Dingen wie Körben, Wiegen und Reusen für den Fischfang, auch zauberische Dinge wie Zauberstäbe, Hexenbesen und Wünschelruten herstellen. Weidenholz durfte man auf gar keinen Fall verbrennen, denn das würde großes Unheil über den "Untäter " bringen.
Schon im Altertum war bekannt, dass ein Tee aus Weidenrinde fiebersenkend und schmerzstillend wirkt. Bäder und Kompresen damit halfen bei Hühneraugen und Warzen. Inzwischen hat die Wissenschaft heraus gefunden, dass dahinter die Acetylsalizylsäure steckt, die inzwischen in reiner Form als Medikament verkauft wird. Trotz der bekannten Fruchtbarkeit der Weiden nahm man im Mittelalter an, dass sie allzu hitzige Lust bändigen könne, und zur Verhinderung von Unkeuschheit wurden die Bäume deswegen in den Klostergärten angepflanzt.
Auch bei der Weide verquickte sich der tatsächliche, medizinische Nutzen mit allerhand Aberglauben: Es hieß, man könne Krankheiten auf den Baum übertragen, wenn man sich nächtlings in eine hohle Weide stellte und betete, oder wenn man etwa saus dem Besitztum des Kranken in die Zweige einer Weide knotete. An Palmsonntag in der Kirche geweihte Zweige sollten, in die Erde gesteckt, die Äcker fruchtbar machen, oder, im Hause aufbewahrt, dieses vor Krankheit und Unglück bewahren. In manchen Gegenden warf man auch bei Gewitter die Palmkätzchen in die Herdglut, um das Haus vor Blitzschlag zu schützen.
Früher hat man aus Weidenholz allerhand nützliche Dinge wie Prothesen, Holzschuhe, Kisten, Schachteln, Siebe, Zahnstocher und Zündhölzer hergestellt. Man baute daraus sogar Flußkähne. Es eignet sich auch zur Herstellung von Zellstoff, Sperholz-, Span- und Faserplatten, hat aber seine wirttschaftliche Bedeutung heute fast verloren.


Weißdorn



Weißdorn ist einer der Bäume, die den Feen heilig sein sollen. Wie andere dornenbewehrte Pflanzen auch, pflanzte man den Weißdorn als Hecken um die Anwesen, um sich vor Eindringlingen zu schützen. Man dachte auch, dass Weißdorn eine magische Wirkung habe und das Haus vor Blitzschlag, herumirrenden Geistern und Unwetter bewahren könne.
Weißdornzweige an Türen und und Fenstern, sowie gelegentlich als Wiegenschmuck diente als Schutz gegen Krankheiten und Verhexung. Frauen trugen sie als Fruchtbarkeitsamulette bei sich. Manche Fischer nahmen kleine Stücke in Säckchen mit hinaus auf das Meer, denn es sollte ihnen einen guten Fang und sichere Heimkehr bescheren.
Früher wurden von der ärmeren Bevölkerung in Notzeiten die Früchte gegessen, frisch als Mus und getrocknet als Mehlrzusatz.
Medizinisch hat man Weißdorn bei uns in früheren Zeiten nicht genutzt, obwohl man schon im alten China von der herzstärkenden Wirkung wußte, und angelbich auch die amerikanischen Ureinwohner die Pflanze entsprechend verwendeten. Erst im 19. Jahrhundert hat man hier wirklich begonnen, Weißdorn medizinisch anzuwenden . Er soll gegen Managerkrankheit, Wechseljahresbeschwerden, Stress, Erschöpfung und Schlafstörungen wirken und das Herz stärken.
Weißdornholz ist ziemlich hart. Man verarbeitete es früher zu Spazierstöcken und Spielzeug. Es lässt sich gut schnitzen und drechseln.

_________________
Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Kunst und Wissenschaft steht. Wer es nicht kennt und sich nicht mehr wundern kann, der ist sozusagen tot und sein Auge erloschen. ~ Albert Einstein.
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