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 Schreibblockade - was nun?

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Xhex
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BeitragThema: Schreibblockade - was nun?   18.06.11 16:38


Die Schreibblockade


Dieser Beitrag wurde von Cyra verfasst!

Wir alle kennen sie, wir alle lieben hassen sie.

Wer kennt es nicht? Man sitzt vor seinem Laptop/Notizbuch/Block etc. und brennt fast vor Verlangen seine Story auszubauen, ihr mehr Handlung und Leben einzuflößen - doch dann kommt nichts...
Die Finger wollen sich nicht bewegen, die Gedanken schweifen von "Ich will doch weiter schreiben" über "Ach, das Wetter ist schon wieder furchtbar" bis hin zu "Wo kommt der Fleck auf der Wand her?". Und schließlich steht man genervt auf, weil man sich einfach nicht auf sein Werk konzentrieren kann.

Schreibblockaden können eine ganze Menge Ursachen haben.
Die Meisten sind psychologischen Ursprungs und lassen sich meist "beheben".


Mögliche Gründe für Schreibblockaden:

  • Man schreibt wirklich einfach zu viel (nicht nur an der Geschichte, sondern auch an Dingen nebenbei, die sich im Endeffekt wieder um den Roman drehen, wie Charakterbeschreibungen, Recherchen oder Beschreibung der eigenen Welt [wenn man eine nimmt]

  • Stress im Alltag (man findet einfach keine Zeit oder ist allgemein im Stress und kann einfach nicht abschalten, selbst beim Schreiben nicht)

  • Ideenlosigkeit oder keine Inspiration

Bestimmt gibt es noch einige mehr, doch die nur mal als Beispiel.


Was kann ich gegen die Schreibblockade machen?

Es gibt einige Möglichkeiten, was man gegen eine Schreibblockade machen kann. Zum Beispiel:

  • Abstand nehmen: manchmal arbeitet man einfach zu sehr an seinem Roman. Man beißt sich fest, recherchiert hier und dort, notiert sich da was, charakterisiert den und den noch ausführlich, versucht sich in den Roman hinein zu versetzen. Wenn man sich so daran klettet, dann kann das nicht gut gehen. Irgendwann wird es zu viel. Dann versuche Abstand zu gewinnen. Nimm ein paar Tage Auszeit vom Schreiben, zumindest vom Schreiben in jeglichen Zusammenhängen mit deinem Roman, bis du den Drang oder die Lust verspürst oder sogar Ideen auf dich einprasseln, die du nieder schreiben musst.

  • Entspanne dich: Je mehr Stress du hast, desto angestrengter ist dein Gehirn. Es muss Sinneseindrücke, Handlungen, deren Auswirkungen, Geschehnisse, all das verarbeiten. Das Problem: Dir fehlt der nötige Freiraum, um deiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Denn dein Gehirn ist noch immer am verarbeiten und es können kaum Ideen fließen. Entspanne dich selber. Schließ die Augen, begib dich in eine ruhige Umgebung und gemütliche Position. Lass einfach alles fallen. Wenn du willst, kannst du sogar meditieren oder Yoga machen oder entspann dich mit der Musik, die dir am besten gefällt, bei du selber am besten alles vergessen und dich nur auf dich konzentrieren kannst. Wenn du das geschafft hast, fühlst du dich selber leichter und dein Gehirn hat nun wieder Platz, um deine Fantasien in deine Hand zu schicken

  • Lies ein Buch oder schau dir einen Film an: Wenn die Schreibblockade von Ideenlosigkeit kommt, sind die besten Ideelieferanten das Vorhandene. Schnapp dir ein Buch oder schau dir einen schönen Film an, auf den du gerade Lust hast und lass ihn einfach wirken. Vielleicht findest du ja irgendwelche Handlungen oder Geschehnisse, die dich inspirieren.


Schreibblockaden müssen auch nicht immer schlecht sein. Sie helfen uns, uns wieder in das soziale Leben einzufügen

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November



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BeitragThema: Re: Schreibblockade - was nun?   16.10.13 15:37

Schreibblockade ist ein echt leidiges Thema für jeden betroffenen Autor. Auf meinem Blog habe ich dazu bereits einen recht ausführlichen Artikel geschrieben. Er ist ziemlich lang und ich möchte hier als Ergänzung zu Cyras Artikel eigentlich nur Teil 3 davon einfügen, in dem ich einige Dinge zeige, die mir bislang geholfen haben.
Wer noch mehr lesen möchte, kommt hier direkt zu Teil 1 auf meinem Blog. (In Teil 1 geht es um Schreibblockaden allgemein und in Teil 2 um mögliche Ursachen + Lösung.) Smile 


  • Notizbücher


Da ich meine Gedanken und Ideen am liebsten mit der Hand notiere, habe ich auch einige, teilweise recht unterschiedliche, Notizbücher. Sie dienen mir zwar in erster Linie dazu, nichts zu vergessen, aber auch wenn es mal klemmt, können sie ziemlich nützlich sein. Dann nehme ich mir diese Bücher vor und blättere darin herum. Irgendetwas davon bringt mich immer auf neue Ideen, hilft mir bei Problemen oder inspiriert mich zum Schreiben allgemein.

Ideenbuch
Für meine Ideen habe ich zwei verschiedene Notizbücher:
Eines (A6), wo ich alle kurzen Ideen notiere, die mir so einfallen. Das können Grundideen für Geschichten sein, aber auch andere Ideen, die ich mit in Geschichten einbauen kann, wenn sie irgendwo passen.
Das zweite (A5) benutze ich für ausgereiftere Ideen. Da ist meist schon ein grober Plot, Charaktere/Namen, einzelne Szenen und/oder Dialoge, etc.

Traumbuch
Träume sind eine wahre Fundgrube für jeden Autor. Ich hatte vor ein paar Jahren mal damit begonnen, ein Traumtagebuch zu führen, es dann eine Zeitlang aus den Augen verloren, vor kurzem aber wieder damit begonnen.
Inzwischen schreibe ich meine Träume aber nicht mehr wie früher detailliert auf, sondern arbeite mit Cluster und KaWa – und mache mir ggf. noch separat ein paar Stichpunkte. Manchmal schreibe ich auch gleich noch ein paar weiterführende Gedanken dazu auf.
Als Ausgangsbegriff für das Cluster wähle ich das Thema des Traums. In dem Cluster halte ich nicht nur die Handlung, sondern auch die Atmosphäre fest, meine Gefühle, Orte, Gerüche, Farben etc., damit der Traum später auch wieder greifbar wird.
Die KaWas lege ich dann zusätzlich zu solchen Dingen an, die mir besonders wichtig erscheinen.
Durch die KaWas und das Cluster kommen mir meist mehr Dinge wieder in Erinnerung, als beim normalen Notieren. Außerdem ist es ja oft so, dass man zwischendurch nur irgendwelche Fetzen hat, die man in einem Cluster viel besser unterbringen kann. Ein weiterer großer Vorteil von Cluster und KaWa ist, dass ich durch diese Darstellung von jedem Traum ein „Bild“ habe. Ich sehe später beim Durchblättern auf den ersten Blick, worum es ging.    

Chaosbuch
Dieses Notizbuch ist mein persönlicher Trödelmarkt. Ein wildes Durcheinander an möglichen Schätzen, die auf ihren Einsatz warten.
In mein Chaosbuch kommt alles rein, was ich für interessant halte. Zeitungsartikel, Schlagzeilen, Bilder – und zwischendurch alle meine Gedanken, die gerade aus mir raus wollen. Das können einzelne Wörter, Sätze, Satzfragemente, halbe Gedichte usw. sein. So wie es mir in den Sinn kommt, schreibe ich es auf. Nichts wird geordnet oder zensiert.
Es ist ein buntes Buch, das zum einen viel Spaß macht, es zu führen und das mich gleichzeitig inspiriert und immer neue Ideen bereit hält.


  • Etwas anderes schreiben


Oftmals ist es ja so, dass man in eine Blockade fällt, weil man an seinem aktuellen Projekt nicht weiter kommt.
Meiner Meinung nach nutzt es nichts, sich da unter Druck zu setzen und sich zu zwingen, krampfhaft daran weiterzuschreiben. Dadurch reitet man sich nur noch tiefer in die Blockade, weil es einen immer mehr frustet.
Vielmehr finde ich es wichtig, wieder in den Schreibfluss zu kommen. Aber mit Spaß - nicht durch Zwang.
Mir hilft es immer, wenn ich dann etwas anderes schreibe. Etwas, worauf ich gerade mehr Lust habe. Ich habe sowieso nie nur ein Projekt, sondern arbeite immer an mehreren Sachen gleichzeitig.
Manchmal schreibe ich auch etwas, was ich nur für mich schreibe – schon das im Hinterkopf zu haben kann unheimlich befreiend sein und löst so manche Blockade.

Wenn ihr nicht wisst, was ihr schreiben sollt, sucht euch eine Schreibanregung. (Auf meinem Blog gibt es z.B. jeden Freitag eine Neue). Oder lasst euch durch etwas anderes inspirieren.
Wer denkt, sein eigentliches Projekt dadurch aus den Augen zu verlieren, den kann ich beruhigen, denn das wird die ganze Zeit in euerm Unterbewusstsein bleiben. Und deshalb zieht ihr auch beim Schreiben von anderen Texten automatisch eine Verbindung zu euerm eigentlichen Projekt – was oftmals wiederum zur Folge hat, dass ihr dadurch neue Ideen bekommt oder mögliche Probleme praktisch von selbst gelöst werden.
Wenn nicht, kommt ihr zumindest aus dem nicht-schreiben-können-Trott heraus, denn gerade an kurze Texte zwischendurch könnt ihr ganz locker herangehen.
Gleichzeitig habt ihr bei kurzen Texten die Möglichkeit, mal etwas anderes/neues auszuprobieren, andere Richtungen zu erkunden und neue Erfahrungen zu sammeln, was sich letztendlich ja auch positiv auf euer eigentliches Projekt auswirkt.


  • Musik und Bilder als Inspiration


Musik ist für mich das reinste Wundermittel. Ich kann ohne Musik sowieso gar nicht schreiben. Sie hilft mir dabei, mich von der Außenwelt abzukapseln, mich frei zu machen und mich voll und ganz auf das Schreiben zu konzentrieren. Und sie hilft mir dabei, mich in die richtige Stimmung zu versetzen.
Aber sie kann auch zur Inspiratonsquelle werden. Hört einfach mal bewusst zu, schreibt eure Gedanken/Assoziationen auf – die wiederum bringen euch wieder auf neue Gedanken und irgendwann werdet ihr den Drang verspüren, schreiben zu müssen. Lasst euch dabei ruhig treiben.

Das gleiche funktioniert mit Bildern. Schaut ein paar Fotos oder Buchcover an,  oder geht in eine Galerie. Lasst euch inspirieren, von der Stimmung, von den Gefühlen, die sie in euch wecken, von den Gedanken oder Erinnerungen, die sie hervorrufen.


  • Schreibt über die Blockade


Hört sich vielleicht gruselig an, kann aber helfen.
Schreibt auf, dass ihr gerade eine Blockade habt und vielleicht auch gleich, woran es hängt. Wenn ihr es noch nicht wisst, bekommt ihr auf diesem Weg mit Sicherheit neue Einsichten.
Schreibt auf, was ihr am liebsten mit der Blockade machen würdet. Regt euch über sie auf, beschimpft sie. Schreibt auf, was ihr gerade machen würdet, wenn die Blockade nicht wäre. Schreibt auf, wie ihr sie am liebsten beenden würdet. Übertreibt dabei ruhig richtig. Wichtig ist es vor allem, dabei nichts zu zensieren. Es geht nicht darum, DIE Lösung zu finden, sondern darum, euch erst einmal gedanklich davon zu befreien. Das reicht oft schon.
 


  • Alltag verbannen


Wenn ihr viel Stress habt, und der Alltag euch nicht zur Ruhe kommen lässt, stimmt euch auf das Schreiben mit einem Ritual ein. Dadurch zieht ihr eine klare Linie zwischen Alltag und Schreiben. Räumt euch vielleicht auch eine feste Schreibzeit ein.
Wechselt ggf. auch mal den Ort. Vielleicht läuft es woanders besser. Setzt euch in ein Café, in die Bibliothek, in die Natur. Probiert mal alles aus.


  • Einstimmung auf das Schreiben durch schreiben


Das automatsische Schreiben eignet sich ganz wunderbar dafür. Ein schöner Nebeneffekt dabei ist, dass es auch in diesen Texten immer irgendetwas gibt, was man anderweitig verwenden kann.

Und so funktioniert es: Sucht euch irgendein Thema und fangt sofort an zu schreiben. Schreibt exakt 10 Minuten ohne abzusetzen. Schreibt ALLES auf, was euch gerade durch den Kopf geht – auch wenn ihr euch dabei vom eigentlichen Thema entfernt. Wenn ihr ins Stocken kommt, schreibt ihr auf, dass es gerade nicht weiter geht. Scheut euch nicht davor, irgendwelchen Unsinn zu schreiben. Es liest ja außer euch niemand. Oftmals erkennt man  erst hinterher, was hinter vermeintlichem Unsinn steckt. Ähnlich wie bei Träumen.
Durch diese Art zu schreiben kommt ihr auch auf einfache Art an euer Unterbewusstsein heran. Und dort schlummern oft die schönsten Diamanten.

Ihr könnt zur Einstimmung auch mal aus euern Lieblingsbüchern ein paar Seiten/Szenen abschreiben und euch dann euerm eigenen Projekt zuwenden.

Oder ihr schreibt auf, was ihr an dem Tag erreichen möchtet und worüber ihr schreiben wollt, bevor ihr anfangt.  


  • Loslassen



Versteift euch bei euern Geschichten nicht zu sehr auf etwas. Wenn ihr z. B. etwas geplant habt, das aber nicht wirklich funktioniert, dann versucht, auch andere Wege zu gehen. Experimentiert ein wenig herum. Seid offen für alles.


  • Gute Gründe und kleine Ziele



Gerade wenn es nicht gut läuft, neigt man oftmals dazu, sich Gründe zu suchen, nicht zu schreiben, die einen dann praktisch die Erlaubnis dafür geben, es tatsächlich nicht zu tun.
Wenn ihr merkt, dass es bei euch so weit ist, sucht nach gegenteiligen Gründen. Nach guten Gründen, die dafürsprechen, zu schreiben.

Setzt euch ein kleines, aber klares Ziel. Ihr habt dadurch etwas, was ihr ansteuern könnt und gleichzeitig ist es eine gute Motivation, wenn ihr erreicht, was ihr euch vorgenommen habt.


  • Frei drauflos


Schreibt einfach mal drauflos und schaut, wohin es euch führt. Einfach hinsetzen, anfangen und treiben lassen - ohne großartig nachzudenken. Auf diese Weise sind bei mir schon viele Kurzgeschichten entstanden.
Meist ist es so, dass mir ab der Mitte oder gegen Ende immer klar(er) wird, wohin mich mein Unterbewusstsein führen will. Irgendwann lenke ich dann bewusst ein, schreibe die Rohfassung zu Ende und streiche/ändere alles, was nicht passt, bei der Überarbeitung.
Für mich ist diese Art des Schreibens Entspannung pur. Danach habe ich dann auch wieder neue Energie für meine anderen Projekte. Smile
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