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 Fantasy-Völker wie Protagonisten schreiben

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Sikander

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BeitragThema: Fantasy-Völker wie Protagonisten schreiben   07.04.17 17:42

Ich will in Zukunft öfters mal über das Schreiben von Fantasy und dem Weltenbauen bloggen. Da dachte ich mir, auch mal einen Artikel hier reinzustellen, vielleicht kommt ja eine Diskussion zustande.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Fantasy-Völker sollte man nicht leichtsinnig in die eigene Welt setzen. Am Ende wissen sie selber nicht, warum sie da sind, was der Sinn und Zweck ihrer Existenz ist. Einfach in die Welt geworfen, ungefragt, unverschuldet, nur, weil der Weltenbauer sie unbedingt durch seine Ländereien spazieren lassen will?

Der Weltenbauer kann sich darin verlieren, kulturelle Eigenarten, Baustile und genaue Lebensspannen seiner Völker zu beschreiben, aber dadurch werden sie noch lange nicht zu einem lebhaften Volk, das den Leser in fremde Welten zieht. Ethnographische Studien machen keine gute Fantasy.

Dagegen hilft, die Völker wie die Charaktere eines Romans zu beschreiben, sie in der Weltgeschichte agieren zu lassen wie Charaktere und sich im Sinne eines Charakterbogens über sie Gedanken zu machen.

Herkunft
Ah, hier reibt sich der Weltenbauer bestimmt die Hände! Dimensionsreisende, geschaffen aus dem Blut eines gefallenen Gottes, die Elemente in körperlicher Form. Der Weltenbauer kann sich voll austoben, wenn er will. Jedoch sollen besondere Hintergrundgeschichten nicht bloß da sein, um den Leser zu beeindrucken, sie müssen auch eine Bedeutung für das Volk haben und auf einzelne Aspekte des Volkes wirken.

Physiognomie
Bitte schreibe nicht, dass da ein Ork vor dem Charakter steht und belasse es dabei. Ich kann mir zwar das eine oder andere unter einem Ork vorstellen, kenne aber auch viele unterschiedliche Darstellungen von Orks, weswegen ein paar Hinweise ganz nett wären. Beschreibungen bis ins kleinste Detail sind meist nicht nötig, die hervorstechendsten Merkmale reichen meist aus.

Umwelt
Wo das Volk sich aufhält, was es als Lebensraum für sich beansprucht, soll natürlich auch einen Einfluss haben. Der kann sehr tief gehen, wenn das Volk etwa sehr verbunden mit seiner Umwelt ist und heimische Tiere als Verbündete auftreten. Oder anders: Das Volk diese Tiere als verabscheuungswürdige Feinde ansieht. Das kann den Unterschied machen, ob man sie als Haustiere gehalten vorfindet oder aufgespießt am Eingang des Dorfes. In beiden Fällen sind sie präsent und Teil dieses Volkes. Auch einen Charakter kann man dadurch veranschaulichen, ob er mit seiner Umwelt im Einklang ist oder gegen sie ankämpft.
Selbst wenn der Einfluss nicht so stark ist, sollte die Umwelt doch bestimmen, welche Rohstoffe dem Volk zur Verfügung stehen, welche Nahrung es isst, ob es leicht reisen kann, wie es sich kleidet.

Psychologie
Schon durch die drei genannten Punkte können sich Aspekte der Seele dieses Volkes herauskristallisieren. Langsam sollte sich ein Bild ergeben, wie dieses Volk (im Allgemeinen natürlich, Individuen darf es auch haben) denkt. Wie es kommuniziert. Dinge wie eine merkwürdige Satzstruktur sind oberflächlich. Spricht es viel, drückt aber wenig aus? Spricht es wenig, gibt aber jedem Wort mehr Gewicht? Wonach sehnt es sich? Ist Heimat wichtig, unwichtig? Schätzt es Freunde und Familie oder hält es die persönliche Freiheit höher? Ist die Liebe flatterhaft und unbeständig oder für die Ewigkeit?

Stärken und Schwächen
Genau wie ein Charakter muss so ein Volk seine Stärken haben, um Konflikte bestehen zu können, aber auch seine eigenen Schwächen. Es gibt keine Spannung, wenn dieses Volk in jedem Konflikt mit seiner Umwelt und anderen Völkern ständig mühelos siegt. Gleichzeitig kann dieses Volk, wie auch ein Charakter in einer Geschichte, seine Stärken gut ausspielen und über seine eigenen Schwächen hinauswachsen. Etwas lernen, an sich arbeiten und somit Weltgeschichte schreiben.

Motivation
Natürlich hat der Charakter eines Romans immer eine Motivation. Um ihn dreht sich die Geschichte, sein Handeln treibt den Plot voran. Wir fiebern mit ihm mit, denn wir wollen sehen, ob er seine Ziele erreicht.
Genauso darf auch ein Fantasy-Volk nicht passiv sein, sich nicht die ganze Geschichte lang von anderen hertreiben lassen. Muss nicht bedeuten, dass es beständig mit anderen Völkern den Konflikt sucht. Jedoch sollte es in der Welt auf irgendeine Weise agieren. Ziele verfolgen. Das können eher harmlose Ziele sein, die einfach dem Wesen des Volkes entsprechen. Das Reisen und Handeln mag ihm liegen, deswegen findet man viele von diesem Händlervolk durch die Welt ziehen und Reichtümer anhäufen, unabhängig voneinander, weil es in seiner Natur steckt. Oder die schon genannten Dimensionsreisenden suchen nach einem Weg zurück. Der Herrscher dieses Volk strebt unablässig danach, die magischen Formeln zu sammeln und sein Volk teilt diese Aufgabe mit ihm.

Innerer Konflikt
Oder vielleicht doch nicht? Was einen Charakter spannend machen kann, sind innere Konflikte. Wie ein Charakter an sich selbst zweifelt, mit sich selber kämpft, an sich zu scheitern droht. Weil seine Ideale mit seinen Wünschen kollidieren. Weil es nicht schafft, mit seiner Umwelt im Reinen zu sein, obwohl er es um den Frieden willen doch möchte.
Auch in der Historie sind oftmals gerade die Konflikte die spannenden Ereignisse. Etwa der Aufstieg des Bürgertums, Adel gegen Klerus, die neolithische Revolution.
Ein Fantasy-Volk sollte kein monolithischer Block sein. Es muss auch mit sich selbst hadern können. Dazu sollte es aus unterschiedlichen Fraktionen bestehen, die miteinander im Clinch liegen, andere Ansichten haben, etwa wie man das oben genannte Ziel verfolgen kann. Oder andere Fraktionen haben sogar andere Ziele und dieses Volk zerbricht beinahe daran. Diese inneren Kräfte, die am Volk ziehen, es zu zerreißen drohen, geben ihm erst Komplexität und lassen es richtig lebendig erscheinen.

Diese Motivationen und Konflikte bilden bereits Geschichten an sich und selbst wenn sie nicht der Fokus des Plots sind, können sie doch faszinieren und fiktionale Völker greifbar machen.
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BeitragThema: Re: Fantasy-Völker wie Protagonisten schreiben   11.04.17 9:35

Zitat :
Ich will in Zukunft öfters mal über das Schreiben von Fantasy und dem Weltenbauen bloggen. Da dachte ich mir, auch mal einen Artikel hier reinzustellen, vielleicht kommt ja eine Diskussion zustande.


Schreib doch mal einen Hinweis zu deinem Blog in deine Signatur. vcheerful

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Zitat :

Fantasy-Völker sollte man nicht leichtsinnig in die eigene Welt setzen. Am Ende wissen sie selber nicht, warum sie da sind, was der Sinn und Zweck ihrer Existenz ist. Einfach in die Welt geworfen, ungefragt, unverschuldet, nur, weil der Weltenbauer sie unbedingt durch seine Ländereien spazieren lassen will?

Der Weltenbauer kann sich darin verlieren, kulturelle Eigenarten, Baustile und genaue Lebensspannen seiner Völker zu beschreiben, aber dadurch werden sie noch lange nicht zu einem lebhaften Volk, das den Leser in fremde Welten zieht. Ethnographische Studien machen keine gute Fantasy.

Dagegen hilft, die Völker wie die Charaktere eines Romans zu beschreiben, sie in der Weltgeschichte agieren zu lassen wie Charaktere und sich im Sinne eines Charakterbogens über sie Gedanken zu machen.
Das ist eine große schreibtechnische Entscheidung. Ich habe das Gefühl bei manchen geht es gar nicht so sehr um das Geschichten erzählen, das Weltenbauen bedeutet ihnen viel mehr. Da stellt sich für mich die Frage, ob es nciht gerade zu Internetzeiten eine Alternative geben könnte zum klassischen Romane schreiben. Wo ethnographische Studien in der Tat keine Geschichte vorantreiben müssen.
Also gäbe es Leser für Welten?

Zitat :
Herkunft
Ah, hier reibt sich der Weltenbauer bestimmt die Hände! Dimensionsreisende, geschaffen aus dem Blut eines gefallenen Gottes, die Elemente in körperlicher Form. Der Weltenbauer kann sich voll austoben, wenn er will. Jedoch sollen besondere Hintergrundgeschichten nicht bloß da sein, um den Leser zu beeindrucken, sie müssen auch eine Bedeutung für das Volk haben und auf einzelne Aspekte des Volkes wirken.
Bei magischer Herkunft ist die Sache ja mit einer anderen inneren Logik zu versehen. Man kann sich auch das Stichwort Evolution drüberpinnen. Wie konnten die Völker sich überhaupt in dieser Welt, so wie sie sein sollen, ausbilden?

Zitat :
Physiognomie
Bitte schreibe nicht, dass da ein Ork vor dem Charakter steht und belasse es dabei. Ich kann mir zwar das eine oder andere unter einem Ork vorstellen, kenne aber auch viele unterschiedliche Darstellungen von Orks, weswegen ein paar Hinweise ganz nett wären. Beschreibungen bis ins kleinste Detail sind meist nicht nötig, die hervorstechendsten Merkmale reichen meist aus.
Das ist nun für mich eine Frage der Perspektive, wie man diese Details an den Leser bekommt. Hat eine Figur schon sein ganzes Leben mit Orks zu tun, wird es seltsam sein, wenn er diesen auf einmal genau beschreibt. Gerade das liest man häufiger bei Schreiberlingen, die lieber Welten bauen als Geschichten zu schreiben. Da wird jede Gelegenheit genutzt zu beschreiben, ohne dass es in diesem Moment im Text relevant ist.
Zitat :

Umwelt
Wo das Volk sich aufhält, was es als Lebensraum für sich beansprucht, soll natürlich auch einen Einfluss haben. Der kann sehr tief gehen, wenn das Volk etwa sehr verbunden mit seiner Umwelt ist und heimische Tiere als Verbündete auftreten. Oder anders: Das Volk diese Tiere als verabscheuungswürdige Feinde ansieht. Das kann den Unterschied machen, ob man sie als Haustiere gehalten vorfindet oder aufgespießt am Eingang des Dorfes. In beiden Fällen sind sie präsent und Teil dieses Volkes. Auch einen Charakter kann man dadurch veranschaulichen, ob er mit seiner Umwelt im Einklang ist oder gegen sie ankämpft.
Selbst wenn der Einfluss nicht so stark ist, sollte die Umwelt doch bestimmen, welche Rohstoffe dem Volk zur Verfügung stehen, welche Nahrung es isst, ob es leicht reisen kann, wie es sich kleidet.
Evolution meets Tradition. Eine schönes Beispiel mit den Tieren.

Zitat :
Psychologie
Schon durch die drei genannten Punkte können sich Aspekte der Seele dieses Volkes herauskristallisieren. Langsam sollte sich ein Bild ergeben, wie dieses Volk (im Allgemeinen natürlich, Individuen darf es auch haben) denkt. Wie es kommuniziert. Dinge wie eine merkwürdige Satzstruktur sind oberflächlich. Spricht es viel, drückt aber wenig aus? Spricht es wenig, gibt aber jedem Wort mehr Gewicht? Wonach sehnt es sich? Ist Heimat wichtig, unwichtig? Schätzt es Freunde und Familie oder hält es die persönliche Freiheit höher? Ist die Liebe flatterhaft und unbeständig oder für die Ewigkeit?
Auch daraus ergibt sich dann ein interessantes Spannungsfeld für den Ausbau von Charakteren. Inwiefern fügt sich das Individuum in sein Volk ein oder unterscheidet sich von ihm. wie reagiert das Volk auf diese Abweichungen? Wodurch sind diese entstanden?

Zitat :
Stärken und Schwächen
Genau wie ein Charakter muss so ein Volk seine Stärken haben, um Konflikte bestehen zu können, aber auch seine eigenen Schwächen. Es gibt keine Spannung, wenn dieses Volk in jedem Konflikt mit seiner Umwelt und anderen Völkern ständig mühelos siegt. Gleichzeitig kann dieses Volk, wie auch ein Charakter in einer Geschichte, seine Stärken gut ausspielen und über seine eigenen Schwächen hinauswachsen. Etwas lernen, an sich arbeiten und somit Weltgeschichte schreiben.
Was von Vorteil ist, wenn es sich mit der Handlung verknüpft. Ich persönlich würde nciht zu viel von den Völkern im vornherein festlegen, wenn man daraus nicht die Inspiration für seine Charaktere zieht. Wenn ich meinen Charakter erkunde, kann man so immer wieder Rückschlüsse auf sein Volk ziehen. Das konsistent zu bekommen, ist die Kunst.

Zitat :
Motivation
Natürlich hat der Charakter eines Romans immer eine Motivation. Um ihn dreht sich die Geschichte, sein Handeln treibt den Plot voran. Wir fiebern mit ihm mit, denn wir wollen sehen, ob er seine Ziele erreicht.
Genauso darf auch ein Fantasy-Volk nicht passiv sein, sich nicht die ganze Geschichte lang von anderen hertreiben lassen. Muss nicht bedeuten, dass es beständig mit anderen Völkern den Konflikt sucht. Jedoch sollte es in der Welt auf irgendeine Weise agieren. Ziele verfolgen. Das können eher harmlose Ziele sein, die einfach dem Wesen des Volkes entsprechen. Das Reisen und Handeln mag ihm liegen, deswegen findet man viele von diesem Händlervolk durch die Welt ziehen und Reichtümer anhäufen, unabhängig voneinander, weil es in seiner Natur steckt. Oder die schon genannten Dimensionsreisenden suchen nach einem Weg zurück. Der Herrscher dieses Volk strebt unablässig danach, die magischen Formeln zu sammeln und sein Volk teilt diese Aufgabe mit ihm.
Wieder schöne Beispiele.

Zitat :
Innerer Konflikt
Oder vielleicht doch nicht? Was einen Charakter spannend machen kann, sind innere Konflikte. Wie ein Charakter an sich selbst zweifelt, mit sich selber kämpft, an sich zu scheitern droht. Weil seine Ideale mit seinen Wünschen kollidieren. Weil es nicht schafft, mit seiner Umwelt im Reinen zu sein, obwohl er es um den Frieden willen doch möchte.
Auch in der Historie sind oftmals gerade die Konflikte die spannenden Ereignisse. Etwa der Aufstieg des Bürgertums, Adel gegen Klerus, die neolithische Revolution.
Ein Fantasy-Volk sollte kein monolithischer Block sein. Es muss auch mit sich selbst hadern können. Dazu sollte es aus unterschiedlichen Fraktionen bestehen, die miteinander im Clinch liegen, andere Ansichten haben, etwa wie man das oben genannte Ziel verfolgen kann. Oder andere Fraktionen haben sogar andere Ziele und dieses Volk zerbricht beinahe daran. Diese inneren Kräfte, die am Volk ziehen, es zu zerreißen drohen, geben ihm erst Komplexität und lassen es richtig lebendig erscheinen.


Diese Motivationen und Konflikte bilden bereits Geschichten an sich und selbst wenn sie nicht der Fokus des Plots sind, können sie doch faszinieren und fiktionale Völker greifbar machen.

Wenn die Völker für die Geschichte wichtig sind! Wenn man nun viele Völker kreiert und diese so gestaltet, passiert es eben auch, das diese eine Hauptrolle an sich reißen und die Geschichte maßgeblich dominieren. Also immer den Plot im Auge behalten. Das ist das mit der Ethnographie von oben. Bei exessivem Weltenbau nimmt das gerne mal den Charakteren die Kraft, wenn das keine Synergie eingeht mit dem Plot und den handelnden Charakteren.
Weshalb ich immer raten würde in den Schreibprozess zu kommen und nicht zuviel Planen zu wollen im Voraus. Wie gesagt, ich kenne nun durchs internet viele Weltenbauer, die eigentlich keine Geschichten mehr schreiben. Wenn das die wahre Bestimmung ist, finde ich das wunderbar. Was auch immer man tut, es sollte einem beim tun Freude bereiten und nicht auf irgendwas hinzielen. Viele machen sich diese Freude kaputt und arbeiten dann gestresst an ihrem Roman, den sie unbedingt verkaufen wollen, wo die Chancen auf einen tatsächlich wesentlichen Buchvertrag a la Rowling oder wenigstens Heitz oder so verschwindend gering sind und man selbst als leidlich im Geschäft seiender Autor kaum davon leben kann und man vorallem schnell und produktiv sein muss, um da für Verlage attraktiv zu sein. Da wird nicht 5 Jahre auf Band 2 gewartet. Ich habe 10 Jahre an meiner Welt gefeilt, löst da auch keine Begeisterung aus. Also muss das Schreiben selbstzweck sein. Freie! Zeit.

Danke für deine schönen Gedanken zum Thema. Der Blickwinkel hilft bestimmt vielen sich nicht in vielleicht unzusammenhängenden Details zu verlieren, sondern ein Volk zu erschaffen, das lebendig ist, im besten Sinne des Wortes.
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BeitragThema: Re: Fantasy-Völker wie Protagonisten schreiben   11.04.17 17:50

Zitat :
Schreib doch mal einen Hinweis zu deinem Blog in deine Signatur. vcheerful
Wusste nicht, ob das als Werbung aufgefasst werden würde, da ich da auch mein Buch vorstelle.
Zitat :

Ich habe das Gefühl bei manchen geht es gar nicht so sehr um das Geschichten erzählen, das Weltenbauen bedeutet ihnen viel mehr.
Das stimmt, ich habe mich mit solchen Menschen unterhalten. Manche fangen nur an, Gesichten zu schreiben, weil sie irgendetwas mit dieser Welt machen wollen. Andere verzichten ganz drauf, und erstellen einfach nur gewaltige Chroniken und Wikiseiten.
Zitat :
Also gäbe es Leser für Welten?
Das könnte ich mir sogar vorstellen. ich selber lese mich manchmal in die ein oder andere Wiki ein, von Welten, deren Bücher ich nie gelesen habe, Spiele nie gespielt etc. Manchmal will ich einfach nur sehen, wie andere Welten dieses oder jenes handhaben. Vielleicht mache ich so etwas auch irgendwann auf meiner Seite, aber weiß noch nicht, wie man das am elegantesten machen könnte. Oder ich erstelle so eine Wiki selbst, das ist glaube ich frei, kostet nur Zeit.
Zitat :
Das ist nun für mich eine Frage der Perspektive, wie man diese Details an den Leser bekommt. Hat eine Figur schon sein ganzes Leben mit Orks zu tun, wird es seltsam sein, wenn er diesen auf einmal genau beschreibt.
Persönlich mag ich das nicht, wenn man so etwas auslässt. Natürlich kann ich dann aus meinen eigenen Fantasy-Erfahrungen schöpfen und es mir einfach denken, wie jetzt der Ork aussieht. Aber irgendwie sollte man es schon hinkriegen, ein paar Details hier und da dem Leser zu verdeutlichen. "Der Ork rümpfte die schweineartige Nase" So in der Art vielleicht.
Zitat :
Wenn ich meinen Charakter erkunde, kann man so immer wieder Rückschlüsse auf sein Volk ziehen. Das konsistent zu bekommen, ist die Kunst.
Oh ja. Noch schwieriger wird es, innerhalb dieses Rahmens den Charakteren individuelle Züge zu geben. So dass sie ihr Volk repräsentieren können, aber nicht zu einem Stereotype dieses Volkes verkommen. Das ist für mich die Königsdisziplin.
Zitat :
Wenn die Völker für die Geschichte wichtig sind!
Natürlich. Wenn der Sinn und Zweck des genannten Orks ist, lediglich von den Helden abgeschlachtet zu werden, hält man sich mit dem Weltenbauen für dieses Volk nur auf. Eine Randnotiz reicht und erfüllt wohl seinen Zweck. Jedoch muss ich sagen, dass die Truppe in meinem letzten Buch recht international ausgefallen ist, was an der Organisation liegt, in der sie sich allesamt befinden. Und auch daran, dass sie viel rumkommen. Gleichzeitig erfährt man über die Kulturen, aus denen sie stammen, eigentlich über so vieles, über das ich hier geschrieben habe, herzlich wenig. Was ich mittlerweile bereue und in Zukunft anders machen möchte.
Zitat :
Wie gesagt, ich kenne nun durchs internet viele Weltenbauer, die eigentlich keine Geschichten mehr schreiben.
Schreiben und Weltenbauen sind einfach zwei unterschiedliche Dinge, aber ich würde das Schreiben als das schwierige Handwerk betrachten. Ja, um des Weltenbauens willen sollte man wohl nicht Schreiben, außer man heißt Tolkien.

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast.
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