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 The Breakfast-Club - Szene

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Cyra
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BeitragThema: The Breakfast-Club - Szene   07.03.17 1:21

Hier ist ziemlich lange nichts mehr passiert, deswegen schmeiß ich einfach mal wieder was ein...
Das stammt aus dem neuen 1. Kapitel und integriert direkt jemanden, den ich entgegen erster Ideen, schon jetzt in Jennas und Andys Leben haben wollte...
Ich denke, die Szene erfordert nicht allzu viel Vorwissen, da ja eben noch nicht viel passiert ist und bietet Spielraum.
Man kann alleine schon den Ort wechseln Wink
Vielleicht hat ja jemand Lust. Xhex und Wolfsspur haben sich bei der letzten Szene, die ich eingestellt hatte, ja mal wieder selbst übertroffen Ja
Ich wünsche viel Spaß:

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The Breakfast-Club


Angewidert verzog Jenna das Gesicht, als sie den pampigen Fraß auf ihrem Teller sah, den sie bereits zu Andy an den Tisch getragen hatte. Angeblich war es irgendein Auflauf. Jennas Analyse nach, waren es eher die Reste von gestern, püriert und mit einer Soße aus dem Paket getränkt. Sie ließ sich Andy gegenüber auf dem Stuhl nieder. Die hatte ihr Tablett bereits von sich geschoben und tippte auf ihrem Handy herum. Jenna schob ihr Tablett ebenfalls zur Seite und schnappte sich den Apfel aus ihrer Tasche. Beherzt biss sie hinein, während sie Andys fliegenden Fingern beim SMS-Tippen zusah.
„Weißt du wo Tony ist?“, nuschelte Jenna mit einem Stück Apfel im Mund.
„Erst schlucken, Kind, dann sprechen“, tadelte Andy sie.
„Aaah“, machte sie, als sie nach dem Schlucken Andy voller Stolz ihren leeren Mund offenbarte. „Also, Mama, weißt du wo Tony ist?“
„Sehr gesunde Mandeln. Und nein, keine Ahnung.“ Damit widmete sie sich wieder ihrem Handy.
„Und das war’s? Ihr hängt, seit ihr euren Babybrei bei euch behalten könnt, aufeinander, seid gemeinsam groß geworden und soweit ich weiß nur in deinem Austauschjahr länger als einen Tag voneinander getrennt gewesen. Und dann bekomme ich nur ein „Keine Ahnung?“
„Du hast ein „Nein, keine Ahnung“ bekommen. Unterschätz das nicht.“ Seufzend legte Andy das Handy bei Seite. „Er hat mir geschrieben, dass er was mit Mr Webber besprechen wollte, aber was er seitdem macht weiß ich nicht. Und wir sind sehr wohl schon häufiger länger getrennt gewesen. Spätestens seit mir bewusst geworden ist, dass er lieber Bärte statt Busen streichelt und freiwillig auf das hier verzichtet.“ Mit ihrer Hand zeigte sie demonstrativ auf ihren Körper.
Würde sie Andy nicht schon seit vier Jahren kennen, wäre diese Aussage durchaus als bösartig und eingebildet durchgegangen. Da sie sie nun aber schon lange kannte, wusste sie es besser.
Andy liebte Tony, sie liebte ihn wie einen Bruder. Sie war immer für ihn da gewesen, hatte ihn unterstützt, ihn aufgenommen, wenn er es zu Hause nicht mehr ausgehalten hat. Und sie war die Einzige gewesen, die ihn vom Schlimmsten hatte abhalten können, als-
„Was heißt atm?“ Fragend blickte Andy sie über den Rand ihres Handys an.
„Was?“
Atm. Das hat Marcus mir gerade geschrieben. Was heißt das?“
„Ehm... Keine Ahnung. Damit kenn ich mich nicht aus. Was macht er denn?“
„Nicht zurück schreiben. Zumindest nicht in ganzen Worten, wie es scheint.“ Sie zuckte mit den Schultern. „Er holte mich nachher von der Schule ab, dann werd ich mehr wissen.“
„Achso, weil du dein Herzblütenblättelein ja auch kaum zu Gesicht bekommst“, grinste sie Andy an.
Als Antwort warf sie ihr etwas von diesem undefinierbaren Schleim entgegen, dem Jenna aber geschickt ausweichen konnte. Da ihr das vertraute platsch fehlte, das die Ankunft vom Schleim auf dem Boden verriet, drehte sie sich um – und sah direkt auf Tonys Iron Man Shirt, das jetzt einen fetten Klecks mitten auf dem Helm des Superhelden hatte.
„Was sollte das denn, Andy?“ Entsetzt sah er erst zu ihr, dann zu seinem verschmutzten T-Shirt und schließlich wieder zurück zu Andy. Die dagegen musste so lachen, dass sie nicht mal mehr einen Ton raus bekam und sich fast selbst vom Stuhl schmiss. Unwillkürlich musste auch Jenna zu lachen anfangen und hielt Tony als Antwort nur eine Serviette hin.  
„Oh Gott“, lachte Andy. „Ich... ich“, sie rang nach Luft. „Das sollte Jenna treffen. Tut mir Leid.“ Und fing wieder zu lachen an.
„An deiner Zielgenauigkeit müssen wir aber noch arbeiten“, murmelte er, während er sich neben Jenna an ihren Tisch setzte und den Fleck bearbeitete. Offensichtlich erfolglos.
Dass er seit Neuestem trainierte sah man ihm an. Die Schlaksigkeit war etwas verschwunden und die Arme wirkten langsam definierter. Er schien sich wohler zu fühlen, und das war toll, wäre der Anlass nur ein anderer.
Keiner von beiden hatte ihm bisher richtig ins Gesicht gesehen. Dafür erstarb ihr Gelächter sofort, als sie es jetzt taten.
„Dieser fanatische Dreckskerl“, zischte Andy, während Jenna noch nach Worten suchte. „Ich hab’s dir schon mal gesagt und ich tu’s noch mal: Ich bring ihn um, wenn du es willst.“
Tony zog sich die schwarze New Era Cap noch etwas weiter ins Gesicht, um das Veilchen und den Bluterguss rund um sein rechtes Auge zu verbergen. „Es ist nichts Andy, bitte.“
„Du verteidigst ihn auch noch? Seit Jahren schau ich mir das jetzt schon an. Deine Mutter ist deswegen schon abgehauen und trotzdem lässt du dir das noch gefallen?“
Als Antwort schnappte er sich nur den Pudding von Andys Tablett. Jenna wusste nicht, was sie sagen sollte. Ihr Kloß im Hals hätte sie auch daran gehindert. Das war bei Weitem nicht das erste Mal, aber es war immer gleich schlimm. Und dass die beiden sich stritten, half auch nicht.
„Tony!“ Aufgebracht sah Andy ihn an. „Nur weil dein Vater Polizist ist, hat er noch lange nicht das Recht dazu. Und erst recht nicht, wenn er ein homophobes Schwein ist, das nicht aus den 50er Jahren fliehen konnte.“
„Ich weiß Andy und ich lass mir das schon lange nicht mehr gefallen. Aber nur, weil ich zurückschlage, stellt er seinen Part nicht ein. Er glaubt noch immer, dass er den Teufel so aus mir rausbekommt.“ Kopfschüttelnd öffnete er den Pudding und löffelte den Chemiebrei andächtig.
„Warst du beim Arzt?“ Endlich hatte Jenna ihre Stimme wiedergefunden.
„Jap, bei der Krankenschwester hier in der Schule. Nichts Wildes.“ Er blickte auf. „Jetzt schaut mich nicht so an. In einem Monat sind wir hier durch. Als ob ich das nicht auch noch überstehen würde.“ Er lächelte. „Außerdem muss er auch immer mehr einstecken. Ich will ihm die Genugtuung nicht geben, abzuhauen.“
Andy schüttelte den Kopf. „Ich hab damals wirklich gedacht, er würde es einstellen, nach der Sache mit-“
„Lass gut sein, Andy, ja?“, unterbrach er sie. Er aß den letzten Löffel Pudding und stellte das leere Päckchen zurück auf Andys Tablett. „Also, wo ist Helena? Euch sieht man fast nie nur zu zweit. Ohne die roten Locken hätte ich euch fast nicht gefunden.“
Jenna sah zu Andy, doch die schien noch immer an Mordplänen zu basteln. „Keine Ahnung ehrlich gesagt. Sie hat sich nicht gemeldet und gesehen haben wir sie heute auch noch nicht. Ich werd nach der Schule mal vorbeifahren und schauen ob alles in Ordnung ist.“
Sie atmete tief durch. Die Anspannung war praktisch greifbar, aber diese Diskussion hatten sie schon so oft geführt. Tony war nicht dumm oder feige, ganz im Gegenteil. Aber er war stolz und das manchmal etwas zu sehr. „Was wolltest du beim Webber?“
Fragend sah er sie an. Dann schien er zu verstehen. „Das hab ich nur geschrieben um nicht Krankenschwester zu schreiben. Andy wär sonst ausgerastet.“ Er warf ihr einen belustigten Blick zu, sagte aber nichts mehr, nachdem sie demonstrativ auf die Tischplatte starrte.
„Alles klar, Ladies.“ Er stand auf und ließ den Stuhl geräuschvoll über den Boden kratzen. „Ich hab jetzt gleich Spanisch. Ihr entschuldigt mich also.“ Er lief um den Tisch rum und ging zu Andy, die noch immer verdächtig still da saß und einen Fleck vom Tisch wischte, der schon nicht mehr da war. Er lehnte sich über ihre Schulter nach vorne und sah sie an. „Hey, Rambo, sei nicht böse“, flüsterte er. „Wir haben’s bald geschafft, dann hauen wir hier ab. Versprochen.“ Als sie nicht reagierte, zog er sich seufzend zurück und lief aus der Cafeteria.
„Bist du jetzt den ganzen Tag so schweigsam?“ Sie legte ihren halb gegessen Apfel auf das Tablett. Ihr war der Appetit vergangen. Die Bewegung schien Andy aus ihrer Starre zu holen.
„Er ist so stur! Wieso ist er so stur?“ Sie rang mit den Händen und ignorierte die Schüler um sie, die sie anstarrten, während sie die Luft anschrie. „Er tut sich doch nur selbst weh“, fuhr sie leiser fort. „Er muss zur Polizei. Auch wenn sein Vater die Polizei ist. Es kann doch keiner leugnen was da passiert. Das ist doch nicht normal, der muss da raus.“
Jenna streckte die Arme aus und umfasste Andys Hände. „Ja, das muss er. Aber mehr als es ihm sagen, können wir nicht. Er trifft seine Entscheidungen für sich und vielleicht weiß er ja, was er tut. Er ist nicht der Typ, der aus Angst vor dem allein sein in einem gewalttätigen Haushalt bleibt. Du musst ihm mal etwas vertrauen. Es gefällt mir auch nicht, kein bisschen. Aber ich glaube, er hat einen Plan.“
Andy sah sie an, drückte ihre Hände. „Aber er gefällt mir nicht.“ Dann stand sie auf und schnappte sich ihr Tablett.

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