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 Die Legende(n) um Irlands bunte Türen

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BeitragThema: Die Legende(n) um Irlands bunte Türen   18.05.16 18:50


Zugegeben, zwar keine mystische, aber dafür so herrlich schön typisch irische Legende - bzw Legenden. irish 1


Die Legende(n) um Irlands bunte Türen



Wer nach Irland reist, dem springen sie meist gleich direkt ins Auge. Denn insbesondere wer in Dublin ankommt, wird merken, wie sehr sie das Stadtbild prägen und an fast jeder Ecke, pardon jeder Hausfassade, zu finden sind. Seit Jahren schon liefern sie sich mit Schafen und Pubs einen erbarmungslosen Wettkampf um die Gunst von postkartenschreibwütigen Reisenden. Okay, ich übertreibe. Aber richtig erkannt, die Rede ist von den faszinierenden bunten Haustüren in Irland.

Vorzugsweise an Haustüren im georgianischen Stil aus dem 18. und 19. Jahrhundert sind sie anzutreffen. Über ihre Entstehungsgeschichte streiten sich bis heute die Geister (wobei man in Irland natürlich eher von Kobolden bzw. noch korrekter Leprechauns als von Geistern sprechen sollte) und auch unsere Reiseleiter bevorzugen jeweils unterschiedliche Geschichten.

Die Iren wollen nicht trauern


Eine Theorie geht auf das Jahr 1901 zurück. Das Jahr, in dem Queen Victoria, die Königin von England verstarb. Als Zeichen der Trauer soll angeordnet worden sein, alle Türen in schwarz zu streichen. Das betraf auch die damals noch nicht unabhängige irische Insel. Aber rebellisch wie die Iren nun einmal sind, ließen sie sich vom britischen Königshaus keine Vorschriften machen und taten genau das Gegenteil – sie strichen ihre Türen knallbunt.

Bunte Haustüren als Orientierung für betrunkene Männer



Eine andere, wenn man das irische Völkchen näher betrachtet, für mich doch sehr plausible Theorie besagt, dass es irische Frauen waren, die ihre Haustüren bunt strichen. Der einfache, aber logische Hintergrund: nach einem bis zehn Guinness, wahlweise noch kombiniert mit einem guten Whisky kam es des Öfteren vor, dass sich ihre Ehemänner auf dem Heimweg aus dem Pub ihres Vertrauens in der Haustür irrten und so im falschen Bett landeten.

Verbreitet ist hier die Geschichte der beiden Schriftsteller George Moore und Oliver St. John Gogarty (der Gogarty, nachdem auch ein bekannter Pub in Temple Bar benannt wurde), die zufälligerweise Nachbarn waren und in Ely Place lebten. Der gute Herr Gogarty hatte den Ruf, ab und an mal eines der soeben erwähnten Guinness zu viel intus gehabt zu haben. Moore war genervt davon, dass Gogarty ihn immer mitten in der Nacht aus dem Schlaf riss und behalf sich damit, seine Tür als Gedächtnisstütze in knalligem grün zu streichen. Da auch George Moore im Alkohol einen guten Freund gefunden hatte, strich Gogarty seine Tür kurzerhand rot an, damit sie sich von der grünen Haustür unterschied.

Individualität im Bauboom


Nicht besonders kreativ und spannend, aber realistisch und vermutlich am ehesten der Wahrheit entsprechend ist die folgende Theorie. Im 18. Jahrhundert gab es in Irland und insbesondere in der Gegend rund um das damalige Zentrum Dublins einen großen Bauboom. Damit nicht das pure Chaos ausbricht, reglementierten die Briten so ziemlich alles, was Bestandteil des Hausbaus war und erließen strenge stilistischen Vorgaben. Nur eines hatten sie dabei vergessen: die Haustüren. Und so soll es dazu gekommen sein, dass die rebellischen Iren ihre Haustüren entsprechend in knalligen Farben strichen, um sich so vom Nachbarhaus abheben zu können. Die rote Farbe wurde übrigens am häufigsten gewählt, da sie als am beständigsten galt. Heute haben sich aber auch viele weitere Farben durchgesetzt.

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